Geschichte

Ein geschichtlicher Rückblick aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums im September 2001

Nur wenn wir unsere Vergangenheit kennen und verstehen sind wir in der Lage,
unsere Chance zu nutzen, die Zukunft positiv zu gestalten.

Wir schreiben das Jahr 1711
Es regiert der Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg - in der Kurpfalz der Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz. Der pfälzischen Erbfolgekrieg der die Kurpfalz, mehrfach heimgesucht und Tod und Zerstörung gebracht hat, ist seit 10 Jahren beendet. Die Bevölkerung der kleinen Gemeinde Lussheim ist stark dezimiert. Das urbar gemachte Land droht zu verwahrlosen.

Die Gemarkung Altlußheims, die durch den pfälzischen Erbfolgekrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, droht zu verwahrlosen. Die dezimierte Bevölkerung ist nicht mehr in der Lage die urbar gemachten Äcker und Wiesen zu bebauen.

Der württembergische Stabspfleger des Klosters Maulbronn , Julius Schickard, beschließt an der Kreuzung der Straßen von Mannheim nach Karlsruhe und von Speyer nach Wiesloch eine Niederlassung zu gründen.



Er schreibt dem Herzog von Württemberg folgenden Brief:

Dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn Georg Eberhardt, Ludwigen Herzogen zu Württemberg und Thökl, Grafen zu Mömpelgardt, Herren von Heydenheim,

Meinem gnädigsten Fürsten und Herrn!

dahero ich mich mit Gott entschlossen, vorderist Ew. Hochfürstl. Durchlaucht hohes Interesse zu befördern, dann auch mein privat Nutzen auf eine erlaubte Weise dabei zu suchen, einen ziemlich Theil davon zu übernehmen und zu einem Güthlein vor mich und die Meinigen nach und nach einzurichten.
Auch will ich in Unterthänigkeit trachten, einige Handwerks und andere Leuth, Taglöhner auch zu persuadieren, daß sie gleichfalls dahin bauen und daselbst wohnen möchten."

Ewer Hochfürstl. Durchl. Unterthänigst Verpflichtgehorsamster Pfleger zu Speyer
Julius Schickard

Er baut mit der Genehmigung des Herzogs von Württemberg. Nach und nach siedeln sich dort Bauern und Handwerker an. Die Gemeinde Neulußheim entsteht. Mit der Gründung der Gemeinde Neulußheim beginnt ein Rechtstreit der nahezu 120 Jahre dauern soll. Die Gemeinde Altlußheim klagt über mehrer Instanzen gegen den Wegfall der Neulußheimer Gemarkung. Erst im Jahre 1830 wird durch einen letzten Tausch die Gemarkung der beiden Schwestergemeinden geregelt.


Die Gemarkung Neulußheims, die erst durch den jahrhundertlangen Prozess gegen Altlußheim gesichert werden konnte ist sehr klein.

Anders als in den umliegenden Gemeinden wie z.B. Reilingen oder Altlußheim spielt die Landwirtschaft nicht die überragende Rolle.

Die Leute sind arm, oftmals herrscht Hunger.

Die Kindersterblichkeit ist erschreckend hoch.
Die Entwicklung Neulußheims steht nahe zu still.



Viele Neulußheimer gehen in die damals entstehenden Fabriken. Die Zuckerfabrik Waghäusel ist einer der größten Arbeitgeber. Auch in Mannheim finden viele Arbeiter Lohn und Brot. Aber der Weg nach Mannheim wo seit Beginn des 19. Jahrhunderts viele Fabriken entstehen ist weit und mühsam.
Erst als 1870 die Rheintalbahn von Mannheim nach Karlsruhe gebaut wird ändert sich die Situation. Die Eisenbahn bringt zum einen die Menschen in die Fabriken, zum andern aber auch die Fabriken zu den Menschen. Die Kurpfalz, schon seit langem Tabakanbaugebiet, wird zum Zentrum der deutschen Cigarrenindustrie. In Neulußheim siedeln sich innerhalb kürzester Zeit eine ganze Reihe von Cigarrenfabriken an. Die Neulußheimer haben Arbeit. Oftmals gehen alle erwerbsfähigen Familienmitglieder in die "Fawarik".

Aber was geschieht mit den Kindern?

Wir schreiben das Jahr 1876
Seit 1806 ist Neulußheim badisch. Zur Zeit regiert Großherzog Friedrich von Baden mit der Großherzogin Luise. Das napoleonische 3. Kaiserreich ist seit 6 Jahren zerstört. Das deutsche Reich gewinnt den Krieg gegen Frankreich. Der französische Kaiser wird gefangen, weite Teile Frankreichs werden besetzt. Deutschland besitzt Kolonien in Afrika. Seit wenigen Jahren gibt es die Rheintalbahn. Mit ihr gelangen die Menschen in die Fabriken.

Der Neulußheimer Pfarrer Fritz Gscheidlen sieht die Not der Kinder. Viele Kinder bleiben alleine zuhause. Der Arbeitstag hat oft 12 und mehr Stunden. In manchen Fabriken ist es den Müttern erlaubt die Kinder zur Arbeit mitzubringen. Aber eine gute Betreuung kann dort nicht stattfinden.. (Im Bild, die Belegschaft der Firma Scheck in der Wingertstraße. links unten erkennt man mitgebrachte Kinder ). In anderen Fabriken ist bis zur Jahrhundertwende Kinderarbeit erlaubt.


In einem amtlichen Bericht schreibt Pfarrer Fritz Gscheidlen im Juni 1887:

Schon mehrere Jahre vorher ging der Unterzeichnete mit dem Gedanken um, eine solche Anstalt zu gründen. Da wurden demselben von einer Freundin aus Lahr 40 fl ( Gulden ) mit der Bemerkung übergeben: „ Das ist für eine zu gründende Kinderschule.“ - Das war ein Kapital, welches seinem Zweck nicht entzogen werden durfte und das immer wieder an die Gründung einer solchen Anstalt mahnte. Allein es standen der Ausführung des Projekts bedeutende Schwierigkeiten entgegen. Vor allem waren starke Vorurtheile gegen eine solche Schule ein Hinderniß ; z.B., daß in Altlußheim eine solche Schule bestanden habe, welche sich aber nicht bewährt habe und nach kurzer Dauer wieder eingegangen sei ...

Man redet in Neulußheim über die Gründung einer Kleinkinderschule. Die Verhandlungen ziehen sich in die Länge, verlaufen im Sande. Erst als die methodistische Gemeinde Hockenheims in Neulußheim eine Kleinkinderschule bauen will, macht man ernst.

Pfarrer Gscheidlen erbittet sich von einer Gönnerin aus Lahr den Betrag von 40 Gulden. Mit diesen Geld wird die Kleinkinderschule in einem Nebenraum des Rathauses in der Hockenheimer Straße eröffnet.

Der Träger der Kleinkinderschule ist der badische Frauenverein unter dem Protektorat der Großherzogin Luise von Baden.

Am 01. Juni 1876 ist es endlich soweit. Die Kleinkinderschule wird eröffnet. Eine Diakonisse aus dem Diakonissenmutterhaus Bethlehem Schwester Bertha Kirchenbauer, übernimmt die Arbeit. In einem Vertrag zwischen dem Frauenverein und dem Diakonissen-Mutterhaus wird der Verdienst der Schwester sowie alle zusätzlichen Leistungen festgelegt. ...17 Gulden pro Jahr sowie freie Unterkunft , Holz und Licht,

Im Vorstand tauchen von 1876 – 1890 folgende Familien-Namen auf: Gscheidlen Pfr.,Trautwein Pfr.,Schwesinger, Büchner, Hagmann, Huber, Weiß und Gottfried.

Bis zum Jahre 1884 bleibt die Kleinkinderschule in einem Nebenraum des Rathauses. Am 28. März 1884, ersteigert im Auftrag des Comité, Joh. Schwesinger von der evang. Collectur Mannheim, das Johann Kußler'sche Anwesen in der Waghäusler Straße (Volksbank), bestehend aus einem abgebrannten Wohnhaus, einer halben Scheuer, Schweineställe nebst Hofraithe und Gartenland. Das Anwesen kostet 1000Mark. Dem Steigerer, d.h. der Kleinkinderschule wird die Brandentschädigung in Höhe von 860 Mark und 80 Pfg aus der staatl. Brandkasse zugesprochen. Der Bau wird im Frühjahr 1885 begonnen. Am 23 August wird das Gebäude eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Die Baukosten, von Pfarrer Gscheidlen sehr gewissenhaft festgehalten, belaufen sich auf 2727 Mark und 19 Pfg. Davon waren die Summe von 478 Mark und 57 Pfg von Pfarrer Gscheidlen angespart. Dazu kamen:

Accidenzien des Pfarrers: 23 Mark 52 Pfg
Beitrag d. Fabrikanten Thorbecke: 50 Mark
W. Wein aus Philadelphia: 50 Mark
Frau Bader in Lahr: 50 Mark
Opfer bei der Einweihung: 21 Mark 73 Pfg
(Accidenzien sind zusätzliche Bezüge des Pfarrers durch Traungen, Taufen,...)


Dieses Photo zeigt die Kinderschule
im Kußler‘schen Anwesen
(heute Volksbank)
in der Waghäusler Straße.

Das Bild entstand um die Jahrhundertwende.





Pfarrer Trautwein, der im Jahr 1898 die Geschichte Neulußheims in einem kleinen Büchlein festhielt schreibt:

Die Schule mußte deshalb von jeher in nicht geringen Maße die Mildthätigkeit und Freigiebigkeit einheimischer und auswärthiger Gönner in Anspruch nehmen.
Und dieselbe ist ihr auch in dankenswerthester Weise von vielen Seiten zu Theil geworden. Nächst ihrer Königlichen Hoheit, der Frau Großherzogin Luise, unsere im Helfen und Wohltuen jeder Artunermüdlichen Landesmutter, welche als Protektorin des badischen Frauenvereins dem hießigen Zweigvereine und durch denselben unserer Kinderschule schon zu wiederholten Malen je 100 und bezw. 50 Mark aus Höchstihrer Privatschatulle zugewendet hat, waren es namentlich Pfarrer Gscheidlen, der hiesige Frauenverein, Herr Fabrikant Thorbecke sowie die meisten der übrigen hießigen Herren Fabrikanten, welche in hopcherzigster Weise große Opfer gebracht haben, um die für unsere Fabrikbevölkerung so unentbehrliche Kinderbewahranstalt bisher zu erhalten ...


Großherzog Friedrich 1. und Großherzogin Luise von Baden im Jahre 1906. Die Großherzogin, als Protektorin des badischen Frauenvereins, hat die Neulußheimer Kleinkinderschule immer wieder finanziell unterstützt.

 

 

 

 






Eines der ersten Dokumente aus dem laufenden Betrieb der Kinderschule ist eine Beitragsliste aus dem Jahre 1888.

Für die Kinderschule bezahlten die Eltern zwischen 30 Pfg und 1 DM


Insgesamt wurden in diesem Woche Einnahmen in Höhe von 6 DM und 20 Pfennigen erreicht.

Ein Wochenbeitrag ist offen geblieben. Diese Familie zahlte den Beitrag in Form von „ 40 Stück Springerle“.





Die Anzahl der betreuten Kinder steigt stetig an. Der Bedarf ist sehr groß. Ein neues Gebäude entsteht in der Schulstraße. Es wird 1904 eingeweiht. Auf dem Gruppenbild von 1906 wird die große Zahl der Neulußheimer Kindergartenkinder deutlich.

Mittlerweile sind 2 Diakonissen sowie eine Helferin beschäftigt.


Wir schreiben das Jahr 1918

Der erste Weltkrieg ist zu ende – Deutschland kapituliert. Baden wird Republik im Verband des deutschen Reiches. (entmilitarisierte Zone). Die Arbeitslosigkeit ist erschreckend hoch. Deutschland hungert. Im März 1920 wird die NSDAP gegründet.

US-Außenminister Robert Lansing äußert sich zum Versailler Vertrag (1919):

Den Eindruck, den er macht, ist enttäuschend, erweckt Bedauern und Niedergeschlagenheit. Die Friedensbedingungen erscheinen unsagbar hart und demütigend während viele von ihnen mir unerfüllbar scheinen. Wir haben einen Friedensvertrag, aber er wird keinen dauernden Frieden bringen, weil er auf dem Treibsand des Eigennutzes gegründet ist.

In den Großstädten durchsuchte
die Bevölkerung verzweifelt den Abfall nach Eßbarem.

Auch im Arbeiterdorf Neulußheim ist die Versorgungslage schlecht.

Wieder einmal herrscht große Not.






Am 16 August 1925 wird ein Denkmal zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen Neulußheimer Soldaten eingeweiht.

Auch in Neulußheim sind die Extreme spürbar.
Im Anschluß an die Feier kam zu Straßenkämpfen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten aus Karlsruhe. Es gab Verletzte und Schwerverletzte.





Gruppenbild von 1921.

Auf diesem Bild ist zum ersten Mal Schwester Sophie Käser zu sehen.

Sie ist bereits seit 1907 im der Kinderschule und wird bis 1955 in Neulussheim bleiben.




Auf dem Photo sehen wir 77 Kinder die von 2 Diakonissen betreut werden.

Auch sehr kleine Kinder werden schon aufgenommen.






Wir schreiben das Jahr 1933

Die Nationalsozialisten haben die Macht ergriffen. Führende badische Sozialdemokraten werden im Konzentrationslager in Kieslau inhaftiert. Das badische Parlament wird abgesetzt . An seiner Stelle steht nun der Gauleiter Robert Wagner.

Eines der wenigen Bilder aus dem Alltag der Kindergartenkinder. Auf dem letzten Bild, dem einzigen das den Kindergartenraum von innen zeigt, ist ein Spruch an der Wand zu sehen. Leider fehlen die beiden ersten Zeilen. Kann sich noch jemand an diesen Spruch erinnern?

...den Kinderlein
Und nehmen sie in ihren Schutz
Und wollen ihre Freunde sein



Ein kleiner Teil der Kinder mit Schwester Sophie und einer Helferin.









Adolf Hitlers Rundfunkansprache zum Überfall auf Polen (1939):

„Polen hat nun heute nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch durch reguläre Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten.“

Nach anfänglichen Erfolgen kam die Ernüchterung.







Alle Sozialen Einrichtungen, auch die der Diakonie, gingen in die NSV über.

Der evang. Kindergarten wurde geschlossen. Ein neuer Kindergarten in der Bahnhofs-Restauration von der NSV eröffnet. Nach einiger Zeit wurde aber das Gebäude in der Schulstraße wieder genutzt. Auch Diakonissen die bei der Übernahme verjagt worden waren, sind, wie das Photo zeigt, wieder mit dabei.Aus dieser Epoche bleibt vieles im Dunkeln. Alle Akten im Archiv der Kirchen-gemeinde sind bei Kriegsende verschwunden.




Auf diesem Photo wird die Gruppenstärke
von über 50 Kindern pro Gruppe deutlich.

Auch dieses Photo entstand im Hof der alten Kinderschule.






Wir schreiben das Jahr 1945

Am Ostersonntag 1945 während des Gottesdienstes marschieren französische Truppen in Neulussheim ein. Am 8. Mai kapituliert die Wehrmacht. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Europa steht vor den Trümmern des 1000-jährigen Reiches.

Der im Jahre 1941 von den Nationalsozialisten übernommene Kindergarten wird kurz nach der Kapitulation von der Diakonisse, Elise Seith, wieder eröffnet. Sie verbrachte das Kriegsende bei Verwandten in Neulussheim, da Ihr Kindergarten in Mannheim durch Bomben zerstört worden war. Im unten abgebildeten Schreiben berichtet Pfarrer Müller dem Landrat über die Eröffnung.




Das Mobiliar der Kinderschule ist verschwunden. Die Kirchengemeinde beantragt bei der Amerikanischen Besatzungsmacht die Übereignung des Mobiliars aus dem Kindergarten der NSV ( Nationalsozialistische Volkswohlfahrt.) Mittlerweile verhandelt man seit 6 Jahren. Von den Amerikanern gemachte Zusagen werden von der Landesbezirksdirektion der Finanzen erst im Jahr 1951 bestätigt.




Die Not in der unmittelbaren Nachkriegszeit ist groß. Die Winter sind kalt und lang.

Gegen Frühjahr werden die Kohlevorräte knapp.

Selbst 3 Jahre nach dem Kriegsende ist die Versorgung und Ernährungslage immer noch nicht ausreichend.




Wir schreiben das Jahr 1948
Die DDR entsteht. Währungsreform – die DM kommt. 23 Mai 1949 - Das Grundgesetz wird verkündet. Bundesrepublik Deutschland wird gegründet. Es geht aufwärts.

Mit dieser Karte wurde in im Jahr 1949 die Kindergartenkinder beim Schulanfang verabschiedet.









Im Jahre 1954 erwirbt die evang. Kirchengemeinde Neulussheim die ehemalige Cigarrenfabrik Joh. Ludwig Reiner.

Einen Backsteinbau aus dem Jahre 1897.

Das Gebäude wird aus eigener Kraft umgebaut und als Gemeindehaus eingeweiht. Im Erdgeschoss sind 2 Kindergartengruppen untergebracht.Hier wurden bis in die 40er Jahre Cigarren hergestellt.



Das Gebäude wird unter großem finanziellen Einsatz der Kirchengemeinde renoviert und umgebaut.

Im Sommer 1956 wird es als evang. Gemeindehaus eingeweiht.








Am 25. Januar 1956 ist es soweit. Der evangelische Kindergarten zieht um.

Nach einigen Jahren im alten Rathaus, dem Kusler‘schen Anwesen in der Waghäusler-straße und der relativ langen Zeit in der Schulstraße findet der Kindergarten jetzt seinen endgültigen Platz.









Der Kindergarten der in dieser Form bis heute besteht ist für diese Zeit recht modern eingerichtet.

Den Kindern steht nun zum ersten mal seit der Gründung des Kindergartens 1876 ein Spielplatz zur Verfügung.






Bei der ersten Begehung wurde im Garten ungenügende Beschattung bemängelt. Eine Kastanie wird gepflanzt. Der Baum ist gut gewachsen und steht heute noch . . Außerdem wurde ein Schattendach aus Schilfmatten angebracht. Im Bildhintergrund erkennt man einen Pfosten dieser Beschattung. Auch das Schattendach steht heute noch. Es scheint ebenfalls gut gewachsen zu sein.




In den 60er Jahren ist Schwester Bertha
im Neulußheimer Kindergarten!

Viele Neulußheimer werden sich an Sie erinnern.











Auf diesem Bild sehen wir drei Generationen von Betreuungskräften: Die Diakonisse, die ab Mitte des 19 Jhrd Kinder in Kinderschulen betreute, die Helferin, die ihre Arbeit sehr oft mit viel Freude und Engagement verrichteten und die Erzieherin mit einer fundierten pädagogischen Ausbildung.
Im Jahr 1969 verläßt Schwester Berta Wagenblaß die Gemeinde Neulußheim. Fast 100 Jahre taten Diakonissen aus dem Diakonissenhaus Bethlehem in Karlsruhe Dienst in unserem Kindergarten.


1876 Schw. Bertha Kirchenbauer
1877 Schw. Lisette Bürgin
1878 Schw. Susanne Kreuzweiser
1878 Schw. Karoline Lansche
1890 Schw. Luise Gamer
1893 Schw. Elise Muser
1906 Schw. Elisabeth Schell
1907-1938 Schw. Sophie Käser
1938-1942 Schw. Frieda Hirt
1942 Magdalene Bryn, Kindergärtnerin
1945 Schw Elise Seith (Diakonissenhaus Mannheim)
1945-1954 Schw. Frieda Kempf
  Schw. Ella Heiden
1956-1969 Schw. Bertha Wagenblaß

 

 

 

 

 










(Da das Mutterhaus mehrmals ausgebombt wurde sind diese Angaben möglicherweise nicht vollständig).

Eine grundlegende Veränderung tritt im Jahr 1975 ein. Für die Arbeit in den Kindergärten stehen nicht mehr genügend Diakonissen zur Verfügung. Schon seit einigen Jahren werden Kindergärtnerin-nen eingestellt. Die evang. Kirchengemeinde kündigt schweren Herzens den Stationsvertrag mit dem Mutterhaus.. Auf diesem Bild aus den beginnenden 70er Jahren ist am linken Bildrand "Tante Helga" zu sehen. Helga Langlotz war bis zum Jahr 1995 im evang. Kindergarten beschäftigt und befindet sich jetzt im wohlverdienten Ruhestand.


Im Jahr 1986 wird ein weiteres Kapitel Kindergartengeschichte aufgeschlagen. Die Kindergartenplätze in Neulußheim sind knapp. Die evang. Kirchengemeinde beschließt auf Drängen der Gemeinde Neulußheim im Alten Schulhaus zwei weitere Gruppen zu eröffnen. Das alte Schulhaus wurde im Jahr 1911 erbaut und war bis zum Jahr 1970 als Schule genutzt. Auf dem Photo sehen sie Kinder des Geburtsjahrganges 1920/21



Generationen von Neulußheimer Schulkindern haben hier die Schulbank gedrückt.

Viele von Ihnen werden sich daran erinnern. (Hier Kinder des Jahrganges 1918/19)





2 Gruppen werden eröffnet.

Die Marienkäfergruppe und die Mäusegruppe.

Der Bedarf scheint gedeckt.

Doch wenige Jahre später mußte eine zusätzliche Gruppe, die Igelgruppe entstehen.





Im September 2000 vollzieht sich die letzte gravierende Veränderung.

Die beiden evang. Kindergärten „Gemeindehaus“ und „Alte Schule“ werden vereinigt.Unser Kindergarten entsteht in seiner jetzigen Form.







Mit dem Pflanzen der Friedenslinde am 30.09.2001, am Jubiläumstag, geben wir unserer Hoffnung Ausdruck, daß der Kindergarten in Zukunft von Krieg und Not verschont bleiben möge und noch viele Jahrzehnte die Kinder, mit Gottes Segen, auf Ihrem Weg ins Leben begleiten möge.

Wir danken allen, die uns mit Informationen und Bildmaterial unterstützt haben. Ganz besonders Herrn Herrmann Hoffmann, Herrn Ralf Wagner und Herrn Pfr Uwe Sulger.

Stand: September 2001 Christian Lörch