Konzeption des evangelischen Kindergartens im Podey Haus

Zehn Gebote für den Umgang mit Kindern:

  1. Du sollst Kinder achten wie Dich selbst.
  2. Du sollst einem Kind nicht vorenthalten, was Dir wichtig ist: Nützliche Arbeit, Verantwortung, Verfügung über ein Eigentum, über die Einteilung der Zeit, über die Wahl der Freunde.
  3. Du sollst ein Kind nichts lehren, woran Dir selbst nichts liegt; Du sollst es nicht langweilen.
  4. Du sollst nichts für ein Kind tun, ohne es zu fragen, auch wenn es weder Deine Fürsorge, noch Deine Frage versteht - es ist gut, wenn Du diese Gewohnheit hast.
  5. Du sollst nicht wegsehen, es soll Dir nicht gleichgültig sein, wenn ein Kind etwas Falsches tut, Unwahrheiten, Torheiten, Grausamkeiten begeht.
  6. Du sollst eines Kindes Liebe und Vertrauen nicht zurückweisen - so wenig wie seine Trauer, seine Angst, seine Neugier, seine Phantasie.
  7. Du sollst ein Kind nicht anders `machen` wollen, als es ist - aber Du sollst ihm helfen, anders zu werden, wenn es das will. Du sollst vor allem nicht machen, dass es will.
  8. Du sollst, wie Du einen Zehnten für die Kirche gibst, einen zweiten Zehnten für die Kinder geben - die fernen und die nahen - die dies brauchen.
  9. Du sollst an der Welt arbeiten, so dass Du sie ohne Scham den Kindern übergeben kannst.
  10. Du sollst nicht Kinder haben, wenn Du Dir nicht vorzustellen vermagst, dass sie ein würdiges Leben in ihrer Zeit führen können.

(Hartmut von Hentig, Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft)

 

1. Vorwort des Trägers

In seiner Denkschrift „wo Glaube wächst und Leben sich entfaltet“ hat der Rat der EKD zur Aufgabe evangelischer Kindertageseinrichtungen formuliert: „Bildung ist nach christlichem Verständnis ein umfassendes Geschehen der Persönlichkeitsbildung. (…)“

Zur Bildung von Persönlichkeit wollen wir mit unserem Kindergarten beitragen und dabei Raum für vielfältige Erfahrungen der Kinder eröffnen. Die von Gott gewollte und geschaffene Einzigartigkeit des Menschen und dessen unverbrüchliche Würde sind im erzieherischen Handeln dabei ebenso handlungsleitend wie die Orientierung am Evangelium von Jesus Christus.

Als evangelische Gemeinde sind wir daher stolz und glücklich, dass der Kindergarten fester Bestandteil unserer Gemeinde ist und bringen uns für den Kindergarten auf vielfältige Weise ein.

Im Namen des KGR, Katharina Garben

2. Vorstellung des Kindergartens

Der Evang. Kindergarten im Podey-Haus ist eine 5-gruppige Tageseinrichtung für Kinder. Er bietet unterschiedliche Betreuungsformen für Kinder von einem Jahr bis zum Schuleintritt an. Der Kindergarten ist für die

  • Kindergartengruppen geöffnet von 7.30 bis 14.00 Uhr
    (wahlweise bis 16.30 Uhr)
  • Knirpsengruppe für Kinder von 2-3 Jahren 8.00 bis 13.00 Uhr
    (wahlweise 7.30 - 14.00 Uhr)
  • Krümelgruppe für Kinder von 1-3 Jahren 7.30- 16.30 Uhr

Der Evang. Kindergarten ist eine moderne Bildungseinrichtung. Er schafft Entwicklungsmöglichkeiten und vielfältige Lernfelder. Soziale Kompetenz, Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Vermittlung christlicher Werte stehen dabei im Vordergrund.

Der Kindergarten ist seit September 2011 im neu gebauten Podey-Haus untergebracht. Auf 1200 m² wurden optimale Voraussetzungen für eine gute pädagogische Arbeit geschaffen. Das Gebäude ist barrierefrei und behindertengerecht.

 

2.1 Die Kindergartengruppen

Die Kindergartengruppen auf einen Blick

Delfingruppe Bärengruppe Ameisengruppe Gartenzwerge
bis zu 25 Plätze bis zu 25 Plätze bis zu 25 Plätze bis zu 25 Plätze
3 Jahre bis zum Schuleintritt
7.30 Uhr-14.00 Uhr
Nachmittagsbetreuung bis 16.30 Uhr an einzelnen Wochentagen frei wählbar
Mittagessen an einzelnen Wochentagen frei wählbar
Frau Rotter
Frau Steinel
Herr Oberheim AEP
Frau Kubach
Frau Lambertus
Frau Schneller
Frau Roth
Frau Graham
Frau Bohnert
Frau Keil
Frau Lösch
Frau Rohleder AEP


In den 3 Kindergartengruppen im Podey-Haus werden jeweils bis zu 25 Kindern im Alter von 3 Jahre bis zum Schuleintritt betreut. Die Gruppen werden jeweils von 3 Erzieherinnen betreut. Die Gruppenräume sind nach Süden ausgerichtet. Jeder Gruppenraum ist 40m² groß und verfügt über einen direkten Zugang zum Garten. Über einen direkten Zugang steht der Gruppe ein ca. 18m² großer Nebenraum zur Verfügung. Die Räume im Podey-Haus werden über eine Fußbodenheizung beheizt und verfügen über eine LüftungsanlageDie Gruppenräume sind Lebensraum der Kinder. Sie befriedigen kindliche Bedürfnisse nach Platz zum Spielen, Reden Essen, Basteln….

In der Gartengruppe ist Platz für 25 Kinder. Sie werden von 4 Erzieherinnen betreut. Ökologische Gesichtspunkte wurden beim Bau sehr stark berücksichtigt. Dachbegrünung – Holzbauweise, Heizung mit regenierierbaren Heizstoffen (Holzofen), Durch den Standort der Gruppe mitten im Garten wird das Leben in der Natur wichtiger Schwerpunkt sein. Eine geringfügige Abweichung von der Konzeption der anderen Gruppen ist möglich und wahrscheinlich.

Im Moment kostet der Platz in der Kindergartengruppe 97,-€ für Kinder aus einer 1-Kind-Familie. Lebt mehr als ein Kind unter 18 Jahren in der Familie, reduziert sich der Beitrag. Besuchen zwei Kinder einer Familie gleichzeitig die Knirpsengruppe bzw. eine Kindergartengruppe wird der Beitrag noch einmal reduziert (siehe Beiträge).

Bildung, Erziehung und Betreuung sind die 3 Säulen unseres Auftrages. Wir unterstützen und fördern die Kinder auf ihrem Weg zu freien, selbstbestimmten Menschen. Die Förderung der Persönlichkeit, die Vorbereitung auf das Leben und somit auch auf die Schule sowie die Aneignung sozialer Kompetenzen sind uns wichtige Ziele.

Ein sanfter Einstieg in die Gruppe ist uns wichtig. Gemeinsam mit den Eltern oder einer anderen Bezugsperson lernt das Kind Erzieherin, Gruppenraum und das Leben im Kindergarten kennen. Die Anzahl der Schnuppertage gibt das Kind vor. Die Dauer des täglichen Kindergartenbesuches wird langsam gesteigert. Wechselt ein Kind aus einer Kleinkindgruppe in eine Kindergartengruppe gestalten die Erzieherinnen der Kleinkindgruppe den Übergang.

Unser großer Garten steht allen Kindergartenkindern auch während des Vormittags zur Verfügung. Nach Absprache mit den Erzieherinnen dürfen die Kinder den Garten unter Einhaltung fester Regeln nutzen. Insgesamt stehen den Kindern über 2000m² Gartenfläche zur Verfügung. Der Garten bietet vielfältige Bewegungs- und Handlungsanreize. Er bietet Möglichkeiten zum Toben, Rennen, Klettern, Ruhen, Matschen und Experimentieren.

Die Plätze in unseren Kindergartengruppen sind sehr begehrt. Je früher sie Ihr Kind anmelden, umso größer ist die Chance einen Platz zu bekommen. Es sind aber auch immer wieder Plätze frei, die wir spontan belegen können. Bitte melden Sie sich im Kindergarten auch wenn Sie kurzfristig einen Platz benötigen. Im Downloadbereich gibt es das Anmeldeformular – auf der Startseite ein Kontaktformular zur Vereinbarung eines Anmeldegespräches.

 

2.3 Die Kleinkindgruppen

Die Kleinkindgruppen auf einen Blick

Knirpse

Krümel

12 Plätze

10 Plätze

2-3 Jahre

1-3 Jahre

7.30-14.00 Uhr oder 8.00-13.00 Uhr

7.30-16.30 Uhr

 

Mittagessen und Mittagsschlaf

Frau Böttcher, Frau Müller, Frau Stadler

Frau Herzog, Frau Urban, Frau Theil, Frau Trenz


In unserer Knirpsengruppe werden Kinder im Alter von 2-3 Jahren von 7.30 – 14.00 betreut. Alternativ dazu kann die Betreuungszeit 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr gewählt werden. In der Krümelgruppe können schon Kinder ab 1 Jahr aufgenommen werden. In der Krümelgruppe werden die Kinder von 7.30 – 16.30 Uhr betreut. Unsere Knirpsengruppe wird von 3 Erzieherinnen betreut. In der Krümelgruppe arbeiten 4 Erzieherinnen. Sie sind auf diese Aufgabe durch eine qualifizierte Berufsausbildung, vielfältige Fortbildungen zum Thema Kleinkindpädagogik bestens vorbereitet.

Den Bedürfnissen unserer Knirpse entsprechend wurde ein Gruppenraum mit angrenzendem Nebenraum gestaltet. Im eigenen Kleinkindwaschraum wird gewickelt oder der Gang zur Toilette geübt. Unser Angebot richtet sich an alle Eltern aus Neulußheim. Berufstätigkeit oder eine erschwerte familiäre Situation kann die Aufnahme begünstigen. Im Moment kostet der Platz in der Knirpsengruppe 367.-€ ( 7.30 – 14.00 Uhr incl Essen) bzw. 224,-€ (8.00-13.00 Uhr ohne Essen) für Kinder aus einer 1-Kind-Familie. Der Platz in der Krümelgruppe kostet inklusive dem Mittagessen 415,-€. Leben mehr als ein Kind unter 18 Jahren in der Familie reduziert sich der Beitrag. Nicht nur das Betreuungsangebot sondern auch Erziehung und Bildung sind wichtige Elemente unserer Kleinkindarbeit. Sprachbildung, Bewegungserziehung, Sauberkeitserziehung, soziale Kompetenz, Persönlichkeitsbildung sind zentrale Inhalte unserer Kleinkindpädagogik. Die Eingewöhnungszeit hat eine große Wichtigkeit für die Kleinkindgruppen- bzw. Kindergartenzeit der Kinder. Ein guter und sanfter Einstieg ist für eine weitere positive Entwicklung der Kinder wichtig. Deshalb arbeiten wir mit dem “Berliner Eingewöhnungsmodell“. Um den Kindern der Kleinkindgruppen möglichst vielfältige Bewegungsanreize zu bieten, sie aber im großen Garten mit all den anderen größeren Kindern nicht zu überfordern wurde ein eigenes Gartengrundstück angelegt. Auf ca 300 m² toben, klettern, schaukeln und rutschen unsere Kleinsten täglich. Auch schon in diesem Alter müssen sich die Kinder regelmäßig und viel bewegen. Die Plätze in unseren Kleinkindgruppen sind sehr begehrt. Je früher Sie Ihr Kind anmelden umso größer ist die Chance einen Platz zu bekommen. Es sind aber auch immer mal wieder Plätze frei, die wir spontan belegen können. Bitte melden Sie sich im Kindergarten auch wenn Sie kurzfristig einen Platz benötigen. Im Downloadbereich gibt es das Anmeldeformular – auf der Startseite ein Kontaktformular zur Vereinbarung eines Anmeldegespräches.

 

2.4 Beiträge

Nur ein Teil (ca. 20%) der tatsächlichen Kosten wird als Beitrag von den Eltern erhoben. In Neulußheim findet das „Württemberger Modell“ Anwendung. Die Anzahl der in der Familie lebenden Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bestimmt die Höhe des Beitrages.

 

Anzahl der Kinder unter 18 Jahren in der Familie

 

Elternbeitrag

für die

Kindergartengruppe

7.30-14.00 Uhr

Ohne Essen

 

Elternbeitrag

für die

Knirpsengruppe

 

8.00 – 13.00 Uhr

Ohne Essen

 

Elternbeitrag

für die

Knirpsengruppe

 

7.30 – 14.00 Uhr

Incl. Essen

 

Elternbeitrag

für die

Krümelgruppe

 

7.30 – 16.30 Uhr

Incl. Essen

1 Kind

105,-€

224,-€

367,-€

415,-€

2 Kinder

95,-€

201,-€

337,-€

381,-€

3 Kinder

63,-€

134,-€

250,-€

279.-€

ab 4 Kinder

32,-€

67,-€

162,-€

177,-€

 

Die Beiträge werden am Monatsersten per Bankeinzug vom Konto abgebucht. In besonderen Fällen besteht die Möglichkeit beim Jugend- oder Sozialamt Zuschüsse oder die Übernahme der Beiträge zu beantragen. Im Ferienmonat August werden keine Beiträge eingezogen.

 

2.5 Öffnungszeiten

2.5.1 Bring-und Abholzeiten

KINDERGARTENGRUPPEN

Hauptbetreuungszeit

Geöffnet

 

von 7.30 Uhr

 

bis 14.00 Uhr

Bringzeit

von 7.30 Uhr

bis 9.00 Uhr

Abholzeit

von 13.00 Uhr

bis 14.00 Uhr

Nachmittagsbetreuung

Geöffnet

 

von 14.00 Uhr

 

bis 16.30 Uhr

Abholzeit

 

bis 16.30 Uhr

 

KNIRPSENGRUPPE

Geöffnet

von 8.00 Uhr

bis 13.00 Uhr

7.30 Uhr

14.00 Uhr

Bringzeit

von 8.00 Uhr

bis 9.00 Uhr

7.30 Uhr

bis 9.00 Uhr

Abholzeit

von 12.30Uhr

bis 13.00 Uhr

von 12.30 Uhr

14.00 Uhr

 

KRÜMELGRUPPE

Geöffnet

von 7.30 Uhr

bis 16.30 Uhr

Bringzeit

von 7.30 Uhr

bis 9.00 Uhr

Abholzeit

von 15.00 Uhr

bis 16.30 Uhr


Selbstverständlich können Kinder auch außerhalb der Abholzeiten abgeholt werden. Bitte sprechen Sie dazu die Erzieherinnen an.


2.5.2 Ferien / Schließzeiten

Der Kindergarten ist an 26 Tagen wegen Ferien geschlossen. Diese sind prinzipiell während der Schulferien.

  • Weihnachtsferien zwischen Heiligabend und Epiphanias (06. Januar)
  • Osterferien / Pfingstferien in der Woche nach Ostermontag / Pfingstmontag.
  • Sommerferien meistens in den ersten 3 Wochen im August

Bitte beachten Sie die Ferienpläne auf der Homepage bzw. an der Pinnwand im Foyer des Podey-Hauses.

 

2.5.3 Nachmittagsbetreuung

Der evang. Kindergarten im Podey Haus bietet für alle Kindergartenkinder, zusätzlich zur Hauptbetreuungszeit von 7.30- 14.00 Uhr eine Betreuung am Nachmittag an. Die Nachmittagsbetreuung beginnt um 14.00 Uhr und geht bis 16.30. Somit ist eine durchgehende Ganztagsbetreuung möglich. Kinder, die einen Mittagsschlaf brauchen können ab 13.15 Uhr schlafen. Es können einzelne Nachmittage ausgewählt werden. Jeder Nachmittag pro Woche wird monatlich mit 20.-€ berechnet. Die Kinder müssen für diese Nachmittage fest angemeldet werden. Es gilt eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Monatsende. Kinder die die Nachmittagsbetreuung wahrnehmen, müssen zwingend an diesen Tagen zum Mittagessen angemeldet sein.

Insgesamt stehen 20 Nachmittagsplätze zur Verfügung. In besonderen Fällen kann ein Kind auch ausnahmsweise zur Nachmittagsbetreuung gebracht werden. Für diesen Nachmittag berechnen wir Ihnen 5.-€

 

2.6 Mittagessen

Das Mittagessen im evangelischen Kindergarten wird täglich frisch zubereitet. Wir legen Wert auf eine ausgewogene und gute Ernährung. Die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung fließen in die Gestaltung der Speisepläne und die Zubereitung des Essens mit ein. Die Kinder der Krümelgruppe essen ab ca. 11.45 Uhr, die Kinder der Kindergartengruppen ab 12.30 Uhr. Zu den meisten Mahlzeiten gibt es Salat oder Gemüse; Fleisch steht nicht an jedem Tag auf dem Tisch. Einmal pro Woche gibt es Fisch. Nach dem Essen gibt es einen kleinen Nachtisch. Wir legen Wert darauf, dass alle Kinder selbst essen. Daher helfen wir nur da, wo es notwendig ist. Beim Essen geht es uns nicht um die reine Nahrungsaufnahme, sondern auch um Tisch- und Esskultur sowie die Gemeinschaft miteinander. Unsere Kinder sollen erfahren, dass unser Essen selbst zubereitet und nicht angeliefert wird, dass Lebensmittel be- und verarbeitet werden, bevor man sie genießen kann.

 

2.7 Personal

Im Moment sind in unserem Kindergarten 18 Personen beschäftigt;

21 pädagogische Mitarbeiter/innen, zwei Köchinnen, und zwei Reinigungskräfte.

Alle pädagogischen Mitarbeiter/innen sind Fachkräfte im Sinne des KJHG

-Fachkräftekatalogs. Unsere Mitarbeitenden bilden sich regelmäßig weiter.

Der vorgeschriebene Stellenschlüssel wird in allen Gruppen erreicht.

 

2.7.1 Kindergartenleitung

Der Kindergartenleiter ist vom Gruppendienst freigestellt. Sein Büro befindet sich direkt neben dem Haupteingang. Er ist telefonisch erreichbar unter der Rufnummer 06205/2080270, per Fax unter der Rufnummer 06205/2080279, per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Er steht allen Eltern und Kindern jederzeit gerne zur Verfügung.

Außerdem Sprechzeiten Dienstag von 14.00-18.00 Uhr nach Vereinbarung.

Informationsgespräche zur Anmeldung sind jederzeit nach Vereinbarung möglich.

 

2.8 Tagesablauf

Krümelkind Frieda erzählt:
Um 7.30 Uhr komme ich gemeinsam mit einigen meiner Freunde im Kindergarten an. Meine Erzieherin hilft mir mich von meiner Mama zu verabschieden. Wenn um 8.00 Uhr schon einige Kinder da sind, gehen wir zu unserem Rundgang durchs Haus. Wir besuchen Herrn Lörch im Büro und allen anderen Gruppen. Bis 9.00 Uhr ist Freispielzeit. Dann läutet unser Glöckchen und wir machen einen Kreis. Im Kreis schauen wir wer alles da ist. Dann singen und spielen wir. Um 10.00 Uhr gehen wir zum Frühstücken in den Speiseraum. Nach dem Frühstück ist dann wieder Zeit zum Spielen und Malen, zum Kuscheln und Toben. Gewickelt werden wir immer dann, wenn es nötig ist. Später gehen wir raus ins Freie. Entweder wir fahren mit dem Krümel-Taxi ins Dorf oder wir gehen in den Garten. Um 11.45 Uhr gehen wir zum Mittagessen. So langsam werden wir alle müde Nach dem Essen werden wir gewickelt oder gehen zur Toilette und dann geht es weiter in den Schlafraum. Dort warten schon unsere Bettchen auf uns. Ich schlafe meistens bis 14.00 Uhr. Dann werde ich wieder gewickelt und angezogen. Wir treffen uns im Kreis zur Obstrunde. Den Rest des Tages, bis meine Mama mich holt,-+ verbringe ich mit allen anderen Krümeln im Turnraum. Da haben wir Platz um Bobby-Car zu fahren und zu spielen. Um 16.30 Uhr holt meine Mama mich ab.

Knirpsenkind Manfred erzählt:
Morgens zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr bringen mich meine Eltern in die Knirpsengruppe. Dort warten meine Freunde schon auf mich. Es gibt viele Möglichkeiten zu spielen und zu lernen. Ich darf malen, schneiden, kneten, mit Autos spielen, bauen, klettern, Bilderbücher anschauen und vieles mehr. Um 10.00 Uhr singen meine Erzieherinnen das „Aufräumlied“. Wir räumen dann unsere Spielsachen auf und treffen uns im Kreis. Wir singen unser „Guten Morgen Lied“. Danach hole ich meine Kindergartentasche und gehe mit meiner Gruppe in den Speiseraum. Nach dem Gebet lasse ich mir mein Frühstück schmecken. Dann räume ich meine Tasche auf und spiele mit meinen Freunden weiter. Ich darf auch ganz oft mit den Rädchen und Rutschautos im Flur herumdüsen. Manchmal gehe ich auch mit meiner Erzieherin ins Malatelier um etwas Besonderes zu gestalten. Der Abschlusskreis macht mir viel Spaß. Hier kann ich singen, spielen, tanzen, Geschichten hören und vieles mehr.
Anschließend gehen wir in den Garten, in den Turnraum oder spazieren. Zwischen 12.30 Uhr und 13.00 Uhr werde ich wieder von meiner Mama abgeholt.

Kindergartenkind Elvira erzählt:
Jeden Morgen bringt mich meine Mama in den Kindergarten. An der Garderobe sehe ich wer von meinen Freundinnen schon da ist. Ich gehe in den Gruppenraum und nach dem Begrüßen suche ich mir mit meinen Freundinnen ein Tischspiel aus. Endlich! 9.00 Uhr! Die Bringzeit ist beendet und die Eingangstür wird geschlossen. Nun dürfen wir Kinder aus unserer Gruppe in verschiedene Spielbereiche gehen, die im ganzen Haus verteilt sind. Wir entscheiden uns heute für die Bewegungsbaustelle, wo wir auch Kinder aus den anderen Gruppen treffen. Nach einiger Zeit haben wir Hunger und gehen zum Frühstücken zurück in unser Zimmer. Während der Freispielzeit können wir auch mit unserer Erzieherin spielen, lesen und basteln. Die Klangschale erklingt, und wir räumen alle gemeinsam auf. Nun treffen wir uns zum Stuhlkreis. Dort hören wir Geschichten, singen, machen Kreis- und Fingerspiele oder erzählen miteinander. Zum Abschluss beten wir gemeinsam. Für die Essenskinder geht’s zuerst zum Mittagessen. Die anderen gehen gleich in unseren schönen Garten. Es ist 13.45 Uhr und ich werde abgeholt. Meine Freundin geht heute in die Nachmittagsbetreuung und darf bis 16.30 Uhr im Kindergarten bleiben.

3. Das Podey-Haus

3.1 Der Name

Das im Jahre 2011 gebaute Podey-Haus erhielt seinen Namen durch die Tatsache, dass die Familie Podey der Gemeinde Neulußheim einen sehr großen Geldbetrag vermachte. Diese Gelder flossen in den Bau. Ohne dieses Vermächtnis wäre ein Bau in dieser Größe kaum möglich gewesen. Die Familie Podey errichtete in den Nachkriegsjahren die Spielwarenfabrik „Plasty“ in Neulußheim. Die Fabrik bestand bis in die 90er Jahre, dann wurde sie abgerissen. Auf dieser Fläche entstand das Baugebiet „Plastyweg“.

 

3.2 Grundkonzeption des Gebäudes

Das Podey-Haus wurde im Jahr 2011 in nur acht Monaten Bauzeit errichtet. Eine klare und übersichtliche Stuktur sowie eine Beachtung der Funktionalität als Kindergartengebäude waren sowohl dem ausführenden Architekten Armin Irsiegler, als auch dem Bauträger Klaus Eisert von der Firma I+E sehr wichtig. Die klare Gliederung der Gebäudebereiche in Gruppen- und Nebenräume, pädagogische Funktionsräume, Technik und Sanitärräume sowie Hauswirtschaft und Verwaltungsräume erleichtern den Kindern die Orientierung im 1200m² großen Podey-Haus.

Ein ungewöhnliches Farbkonzept sowie eine klare Formensprache machen das Gebäude auch von außen zu einem Blickfang. Das Podey-Haus ist in allen Bereichen barrierefrei und rollstuhlgerecht.

 

3.3 Die Haustechnik

Das Gebäude verfügt über modernste Haustechnik. Die Räume werden über eine Fußbodenheizung beheizt und über eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Frischluft versorgt. Die Beleuchtung erfolgt über eine Beleuchtungsautomatik, die die Helligkeit den äußeren Bedingungen anpasst und gewährleistet, dass den Kindern genügend Licht zur Verfügung steht. Die elektrische Anlage ist mehrfach abgesichert. Das Gebäude verfügt über ein Rauchmeldesystem, Blitzableiter sowie eine Alarmanlage.

Die Türen der Räume, in denen sich die Kinder bewegen, sind mit einem Fingerklemmschutz ausgestattet.

 

3.4 Der Brandschutz

Alle Räume der Kinder haben einen direkten Fluchtweg in den Garten. Die Außentüren sind durch Panikschlösser gesichert. Die Räume werden durch vernetzte Rauchmelder überwacht. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr werden Evakuierungspläne entwickelt und durch gemeinsame Übungen trainiert. In den Fluren befinden sich immerleuchtende Fluchtweg-Hinweis-Schilder. Ein Flucht- und Rettungsplan hängt im Flur aus.

 

3.5 Die Gruppenräume

Die Gruppenräume sind 40m² groß und alle nach Süden ausgerichtet. Sie haben einen direkten Zugang zum Garten. Vor der Tür in den Garten befindet sich eine Terrasse, die als erweiterter Gruppenraum genutzt wird. Zu allen Gruppenräumen gehört ein Nebenraum mit 18m². Jeder Gruppenraum verfügt über eine kleine Küche, in der mit den Kindern gekocht und gebacken werden kann. Als Basis für eine zweite Spielebene ist bereits eine Betonplatte eingebaut. Über diese 2. Spielebene erschließt sich eine 3. Ebene. Diese zusätzlichen Spielflächen im Gruppenraum verbessern die Platzsituation der Gruppen sehr deutlich.

 

3.6 Die Waschräume

Die Waschräume der Kinder befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Gruppenräumen. Es gibt jeweils einen Waschraum für die 3 Kindergartengruppen und die beiden Kleinkindgruppen. In allen Waschräumen befinden sich Wickeltische, Toiletten, Handwaschbecken und Duschen.

 

3.7 Die Funktionsräume

Zusätzlich zu den Räumlichkeiten der Gruppen bieten die Funktionsräume Möglichkeiten für die Kinder, sich selbst zu beschäftigen.

 

3.7.1 Malatelier / Schmutzschleuse.

Das Malatelier bietet Platz für kreative Beschäftigungen mit allen Materialien, Raum für Kleingruppenarbeit sowie Kleiderständer und Stiefelregale für die Matschkleidung. Die Kinder betreten und verlassen den Garten durch die Schmutzschleuse.

 

3.7.2 Kinderbibliothek / Schlafraum

In der Kinderbibliothek stehen die Bilder- und Sachbücher des Kindergartens. Die Kinder können hier in Ruhe alleine, mit Freunden oder gemeinsam mit ihrer Erzieherin Bilderbücher anschauen, lesen oder sich vorlesen lassen. Am Nachmittag dient der hintere Teil des Raumes den Tageskindern als Schlafraum.

 

3.7.3 Musikzimmer / Elternsprechecke

Im Musikzimmer stehen den Kindern vielfältige klassische Instrumente sowie Instrumente aus dem Orff-Instrumentarium zur Verfügung. Das Ausprobieren der Instrumente, singen, Musik hören, mit Klängen und der eigenen Stimme zu experimentieren, hat hier Platz.

Im hinteren Bereich ist eine Sitzecke, die wir für Elterngespräche nutzen.

 

3.7.4 Kinderzimmer

Das Kinderzimmer dient den beiden Kleinkindgruppen als Ausweichraum für unterschiedliche Aktivitäten.

 

3.8 Der Turnraum

Unser Turnraum bietet mit 87m² viel Platz für die Bewegungsförderung unserer Kinder. Der Turnraum wird zum einen als Bewegungsbaustelle genutzt. Das heißt, die Kinder können während des Freispiels nach Absprache mit ihrer Erzieherin in den Turnraum gehen, um dort zu spielen, zu toben, sich in sehr vielfältiger Weise zu bewegen. Zum anderen dient der Turnraum für klassische Turnstunden. Jede Gruppe besucht einmal pro Woche den Turnraum gemeinsam für Turn- oder Rhytmikstunden.

Bei Bedarf können zwei Wände des Turnraumes zur Seite geschoben werden. So erhöht sich das Platzangebot auf ca 150m² für Elternabende oder Veranstaltungen.

 

3.9 Küchenräume und Speiseraum

In den drei Küchenräumen wird das Essen der Kinder zubereitet. Die Hauptküche liegt direkt am Speiseraum und ist von dort einsehbar. Die Kinder können die Köchin beobachten und erleben die Zubereitung des Essens. Hinter der Hauptküche befindet sich in einem eigenen Raum die Spülküche. Dahinter befindet sich ein Lagerraum für die Lagerung der Lebensmittel.

Der Speiseraum bietet Platz für ca 25. Kinder. Die Kleinkindgruppen nehmen hier gemeinsam ihr Frühstück ein. Für die Kinder der Krümelgruppe und die Kindergartenkinder gibt es hier das Mittagessen. Außerdem nutzen die Gruppen diesen Raum für kleine Feiern wie Geburtstage oder Abschiede.

 

3.10 Personalraum / Büro

Der großzügige Personalraum dient den Mitarbeiter/innen als Raum für Besprechungen, zur pädagogischen Vorbereitung, als Raum für Teamsitzungen und als Pausenraum.

Das Büro, direkt neben dem Haupteingang gelegen ist Arbeitsplatz des freigestellten Kindergartenleiters.

 

3.11 Unser Garten

3.11.1 Planungsphilosophie

Bei der Planung unseres Gartens gemeinsam mit der „pädagogischen Ideenwerkstatt Bagage“ aus Freiburg waren uns drei Aspekte besonders wichtig.

Kindgerecht:

Kinder benötigen Orte an denen sie selbstbestimmt und ungestört Erfahrungen sammeln und verarbeiten können. Zentrale Bedeutung haben dabei wahrnehmungs- und erfahrungsausgerichtete Aktionsräume und Spielangebote, die die Kinder anregen sich handelnd und neugierig mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.

Naturnah:

Spielplätze sind einer der wenigen Orte, an denen Kinder Natur erleben und sich aneignen können. Dadurch werden komplexe ökologische Zusammenhänge erfahrbar und ermöglichen elementare und sinnstiftende Erlebnisse, die Grundlage und Motivation für verantwortungsbewußtes Handeln bilden.

Sicher:

Die von uns geplanten und realisierten Spielräume entsprechen aktuell geltenden Sicherheitsvorschriften und werden nach Fertigstellung sowie bei turnusmäßigen Überprüfungen durch die zuständigen Institutionen geprüft und abgenommen.

 

3.11.2 Konzeption des Gartens

Grundlage der Neugestaltung ist das gemeinsam mit dem Team und der „Pädagogischen Ideenwerkstatt Bagage“ entwickelte Konzept eines naturnahen und kindgerechten Außenspielgeländes, um die Spiel- und Lernaktivitäten der Kinder zu stärken und zu unterstützen. Es geht dabei darum, vertiefende Lernerfahrungen zu vermitteln und ein immer wiederkehrendes Verweilen und Entdecken an den einzelnen Spielpunkten zu erreichen.

Zu den geplanten Spielbereichen gehören:

  • Der Kleinstkindbereich mit Sandkasten, Schaukelgarten, Sitzgelegenheiten, Hügeln, Spielhäuschen
  • Atelier und Werkstattbereich zur künstlerischen und handwerklichen Bildung
  • Fahrstrecke und Fahrzeughaus für rollende Spielzeuge
  • Große Sand- Wasserlandschaft mit den Elementen: Schwengelpumpen, Wasserrinnen, Bachkieseln, Findlingen, Sand, Matsch und Wasser
  • Schaukelgarten mit Vogelnestschaukel
  • Amphitheater als Kommunikationszentrum und Treffpunkt
  • Bewegungsbereiche mit Turnmatte, Kletterparcours und Rutschbahnen
  • Naturgarten mit Beeten, Beerengärtchen und Obstbäumen
  • Vielfältige Nischen und Plätze, an denen sich das Spiel unserer Kinder kristallisieren kann
  • Sitzgruppe zum Essen und Trinken, zum Ruhen und Reden.

Das Team des evangelische Kindergarten im Podey-Haus ist verantwortlich für die Umsetzung der Planung. Bei Gartenaktionen mit Hilfe vieler Eltern werden die einzelnen Spielbereiche und Spielflächen Stück für Stück realisiert und weiterentwickelt.

4. Die Leitsätze unserer pädagogischen Arbeit

1. Wir vermitteln christliche Werte und Normen.

Das Evangelium ist eine frohe Botschaft, die Kindern und Erwachsenen Mut macht, das Leben zu gestalten. Diese Botschaft wollen wir vermitteln.

Im täglichen Miteinander flechten wir christliche Werte wie Liebe, Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Beistand, Zuversicht und Unterstützung ganzheitlich in unsere Arbeit mit den Kindern ein. Dazu gehört auch die Toleranz gegenüber anderen Religionen. Durch das gemeinsame Leben und Erleben dieser Normen erreichen wir eine Integration der religiösen Erziehung in unsere Gesamtpädagogik.

 

2. Wir sehen die Kinder als eigenständige Persönlichkeiten

Wenn ein Kind im Alter zwischen einem und drei Jahren zu uns kommt, bringt es seine ganz persönlichen Erfahrungen, Bedürfnisse, einfach seine Einmaligkeit mit.

Gemeinsam mit den Kindern versuchen wir, ihre Interessen und Neigungen mit den gegebenen Möglichkeiten und den für die Gemeinschaft wichtigen Regeln in Einklang zu bringen.

Wichtig ist uns dabei, auch mal ein „trotziges“ Verhalten und ein „Nein“ zu verstehen und zu akzeptieren und auch nicht alltägliche Wünsche zu berücksichtigen.

Unser Miteinander ist geprägt von Respekt und Freundlichkeit.

 

3. Wir wollen, daß die Kinder gerne in den Kindergarten kommen.

Nur in einer fröhlichen und ungezwungenen Umgebung kann sich ein Kind seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend entwickeln. Sich wohlfühlen ist für uns Grundvoraussetzung für Bildung und Erziehung. Nur was Kinder mit Freude tun, tun sie von ganzem Herzen.

 

4. Wir orientieren unsere Arbeit am Leben der Kinder.

Leben und lernen im Kindergarten orientieren sich daran, was die Kinder für ihr gegenwärtiges und zukünftiges Leben brauchen.

Deshalb gilt: Erleben statt belehren

Praxis statt Theorie

Lebensnähe statt Wirklichkeitsferne.

Leben als Zusammenleben zwischen Kindern und Erzieher/innen. Freude und Trauer des Lebens werden in der Gegenwart geteilt - die Zukunft wird gemeinsam vorbereitet und gestaltet.

 

5. Wir akzeptieren die Ganzheitlichkeit des Kindes

Das Kind lernt mit allen Sinnen. Die beste Voraussetzung für eine optimale kindliche Entwicklung liegt in der Förderung der Ganzheitlichkeit – also in der Bildung von Herz, Hand und Verstand. Durch das eigene Tun und Erleben können Kinder ihre Umwelt am besten begreifen. Deshalb ist es wichtig, ihnen viele Entdeckungsräume zu ermöglichen.

 

6. Wir befinden uns an einem beschützenden Ort, an dem Kinder Kinder sein dürfen

Unsere Einrichtung ist ein Ort, der auf die Bedürfnisse der zu uns kommenden Kinder ausgerichtet ist. Sie können breitgefächerte Erfahrungen mit Menschen, Materialien und der Umwelt machen. Wir holen sie bei ihren bereits gemachten Erfahrungen ab, um sie eine Zeit lang auf einem Stück ihres Weges zu begleiten.

 

Wir wollen die Möglichkeit geben, Phantasie und Kreativität in allen Bereichen auszuleben

Viele freie Angebote geben den Kindern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten eigenverantwortlich umzusetzen. Gezielte Angebote helfen den Kindern, ihr Können zu vertiefen und Neues zu erfahren. So sind wir darauf bedacht, die Gruppenräume und Funktionsräume so zu gestalten, dass jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend seine geistigen, motorischen und kreativen Fähigkeiten individuell ausleben kann. In unseren Außenspielbereichen und in unseren Bewegungsbaustellen bieten wir den Kindern die Möglichkeit, ihre Kreativität auch in Bewegung und Rollenspiel umzusetzen.

5. Unsere Ziele

  • Gemeinschaft erleben
  • Herzensbildung
  • Eigenverantwortung für Raum und Zeit
  • Partnerschaftlicher Umgang – Partizipation
  • Individualität des Kindes bewahren
  • Körperwahrnehmung
  • Fühlen und mitfühlen
  • Sauberkeitserziehung
  • Empathie-Fähigkeit
  • Christliche moralische Werte vermitteln
  • Phantasie und Kreativität fördern
  • Umwelt begreifen und schützen
  • Persönlichkeitsbildung
  • Bewegungsförderung
  • Anregende Umgebung

6. Bildung im Kindergarten

Kindliche und frühkindliche Bildung ist Selbstbildung.

Unter frühkindlicher Bildung verstehen wir in erster Linie den Erwerb von Kompetenzen - nicht von Wissen!

  • Persönliche Kompetenz
  • Eigenverantwortlichkeit
  • Selbständigkeit
  • Soziale Kompetenz
  • Sprachkompetenz
  • Technische Kompetenz (Medienkompetenz)

Vom ersten Lebenstag an machen sich Kinder daran, ihre Umwelt zu entdecken. Sie gestalten ihre Entwicklung und ihr Lernen selbst. Kinder werden nicht gebildet, sie eignen sich vielmehr die Welt über Selbstbildungsprozesse an.

Der Kindergarten bedeutet für viele Kinder den ersten Schritt in die Öffentlichkeit. Hier lernen sie, sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Sie werden mit vielfältigen alltagspraktischen Dingen und Abläufen vertraut und lernen dabei auch Grundregeln der Zusammenarbeit im Team. Sie lernen, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen.

Voraussetzung für Bildung im Kindergarten ist ein Klima wechselseitiger Anerkennung. Fühlen sich die Kinder vom Erwachsenen ernst genommen, gehen sie mutig auf die Welt zu. Ausreichende Anregungen, Anreize zum Staunen, Förderung der Neugierde, Entdeckungen und Welterkundungen sind unerlässlich. Kinder brauchen herausfordernde Bildungs-gelegenheiten.

Der Kindergarten bietet Mädchen und Jungen verschiedener Altersgruppen, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Sprache, Kultur und Religion eine hervorragende Möglichkeit, das Leben in unserer multikulturellen und vielfältigen Welt kennen zu lernen.

Bildung im Kindergartenalter bedeutet nicht Belehrung, sondern Organisation des Umfeldes (Material, Bücher, Museen, Ausflüge, Exkursionen, Internet,...), in dem Kinder selbst lernen können. Kinder sollen sich mit Hilfe Erwachsener selbst bilden und auch aus eigenen Fehlern lernen dürfen.

Wir unterstützen Bildung durch:

  • Unterstützung des kindlichen Tatendrangs
  • Förderung von Eigeninitiative
  • Wecken der Neugierde
  • Zulassen von Bewegungsvielfalt
  • Ermöglichen eigener Erfahrungen
  • das Wirken lassen von Vorbildern
  • Vermeidung von Reizüberflutung
  • Anregung von sozialem Verhalten
  • erlebbar machen von Emotionen
  • Raum geben für Phantasie und Kreativität
  • Unterstützung des Wissensdrangs
  • zur Verfügung stellen von ausreichendem Material
  • Zeit für Fragen der Kinder zu haben
  • Individuelle Förderung
  • Ganzheitliche Förderung

 

6.1 Regeln , Grenzen, Konsequenzen

Spielen ist Lernen in eigener Regie!
Jean Piaget, Entwicklungspädagoge, 1896-1980

Die Freiheit eines jeden Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Überall wo Menschen zusammenleben, sind Regeln und Grenzen notwendig.

Grenzen gestalten Räume und Zeiten. Sie geben Sicherheit und Verlässlichkeit. Grenzen sind Orientierungspunkte.

Auch im Kindergarten erfährt das Kind Sicherheit innerhalb ihm bekannter Grenzen.

Nur mit Grenzen und Regeln kann das Kind sich in seiner komplizierten und komplexen Umwelt ohne Überforderung zurechtfinden.

  • Bei der Aufstellung von Regeln sind die Kinder beteiligt
  • Wir gestalten Regeln im Kindergarten transparent. Die Kinder müssen wissen, warum eine Regel gilt.
  • Wir verfolgen die Regeln konsequent. Ein Kind kann nicht verstehen, warum heute etwas gilt, was gestern nicht galt.
  • Trotz aller Konsequenz sind die Regeln hinterfragbar. Das Kind hat das Recht, über jede Regel zu diskutieren.
  • Wir halten uns selbst an Regeln. Nur durch das Einhalten der Regeln unsererseits motivieren wir das Kind, ebenfalls Regeln einzuhalten.

 

6.2. Eingewöhnung

Eingewöhnungskonzeption für Kinder unter 3 Jahren

(Knirpsengruppe 2-3 Jahre /Krümelgruppe 1-3 Jahre)

Das menschliche Leben beinhaltet von Geburt an viele Übergänge in neue Lebenssituationen. Für viele Kinder ist der erste Übergang aus der Familie heraus in unseren Kindergarten eine Herausforderung. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass ein sanfter Übergang in eine neue Lebenssituation dazu beiträgt weitere Übergänge im Leben positiv zu meistern. Dazu ist es unabdingbar, die notwendigen Rahmenbedingungen zu haben.

Auf diesen Grundlagen der Bindungsforschung messen wir der Eingewöhnungsphase der Kinder im Rahmen unserer pädagogischen Arbeit eine hohe Bedeutung bei und gestalten diese entsprechend sorgfältig. Dabei ist eine enge Kooperation und große Unterstützung durch das Elternhaus unerlässlich und Bedingung für die Aufnahme.

 

6.2.1 Theoretischer Hintergrund

Bindung ist die besondere Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern oder anderen Personen, die es regelmäßig betreuen. Die von intensiven Gefühlen begleitete Nähe zu diesen Bezugspersonen ermöglicht eine sichere Bindung. Diese „sichere Bindung“ hilft dem Kind, sich offen und neugierig mit seiner Umwelt auseinander zu setzen.

Durch verlässliche und einfühlsame Begleitung der Eingewöhnungszeit durch die Bezugspersonen kann das Kind auch bedrohliche Situationen und Kummer bewältigen.

 

6.2.2 Praktische Umsetzung

Der Aufbau eines Bindungssystems im Kindergarten kann nur durch die Begleitung eines Elternteils oder einer anderen vertrauten Person erfolgreich sein. Diese Person fungiert solange als „sichere Basis“, die das Kind für sein Wohlbefinden in der neuen Umgebung braucht, bis es die Bezugserzieherin als Vermittler eines Gefühls von Sicherheit, Vertrauen, Unterstützung und Trost akzeptiert. Erst mit Gelingen dieser Bindung kann das Kind seine neue Umgebung erkunden und sich bilden.

Um dies sicherzustellen gehen wir folgendermaßen vor:

Anmeldegespräch mit dem Leiter. Schon beim Anmeldegespräch wird den Eltern der Kinder die Bedeutung einer sanften und guten Eingewöhnung in unsere Einrichtung durch das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ erklärt. Es wird darauf hingewiesen, dass die Bereitschaft der Eltern, ihr Kind nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell zu begleiten, Grundvorrausetzung für eine Aufnahme ist.

Eine Erzieherin der Gruppe wird zur Bezugserzieherin des Kindes. Sie ist Hauptansprechpartnerin der Eltern. Die Bezugserzieherin begleitet das Kind in der Eingewöhnung. Eine Erzieherin sollte nach Möglichkeit nicht mehrere Kinder gleichzeitig durch die Eingewöhnungszeit begleiten. Während der Eingewöhnungszeit besteht Urlaubsperre für die Bezugserzieherin.

Erstes Informationsgespräch zwischen den Eltern und der Bezugserzieherin. Das Berliner Eingewöhnungsmodell wird den Eltern ausführlich erklärt. Die Eltern erhalten eine schematische Darstellung des Modells (Anlage 2) und seiner unterschiedlichen Phasen. Die Erzieherinnen der Gruppe, in die das Kind aufgenommen wird, sprechen die Eingewöhnungszeit des Kindes in allen praktischen Konsequenzen durch. Ein Fragebogen zur Vorbereitung der Eingewöhnungszeit wird von den Eltern zuhause ausgefüllt und mit der Bezugserzieherin besprochen. (Anlage 1). Die Rolle der Bezugsperson während der Eingewöhnung wird genau besprochen. Die Eltern erhalten dazu das Merkblatt „ Verhalten der Bezugsperson während der Eingewöhnung“ (Anlage 3). Des Weiteren erhalten die Eltern das Merkblatt: “Die 10 goldenen Regeln meiner Eingewöhnung“ (Anlage 4)

Nach Aufnahme des Kindes sprechen Eltern und Erzieher täglich über den Stand der Eingewöhnung und die daraus resultierenden weiteren Schritte. Die Entwicklung des Kindes in der Eingewöhnungszeit wird täglich dokumentiert. Diese Dokumentation ist den Eltern zugänglich. (Anlage 5 ).

Ca 6-8 Wochen nach Eintritt in unsere Einrichtung findet ein erstes Eingewöhnungsgespräch statt. Während dieses Gespräches wird die Eingewöhnungszeit reflektiert.

Dieses Handlungsschema wird ständig überprüft. Es wurde im Juni 2007 vom Team des Kindergartens erarbeitet und in der folgenden Zeit immer wieder den Erfahrungen aus der Praxis und den Bedürfnissen der Kinder und Eltern angepasst.

 

Wechsel von der Kleinkindgruppe in die Kindergartengruppe:

 

Das Kind geht mit seiner Bezugserzieherin zum „Schnuppern“ in die Kindergartengruppe. Am ersten Tag der Eingewöhnung bleiben Erzieherin und Kind für eine Stunde in der Kindergartengruppe. Beim nächsten Mal bleibt die Erzieherin eine halbe Stunde dabei. Eine weitere halbe Stunde bleibt das Kind dann ohne die vertraute Erzieherin in der Kindergartengruppe. Am letzten Tag besucht das Kind seine neue Gruppe für eine Stunde alleine.

Den dritten Geburtstag feiert das Kind in seiner vertrauten Kleinkindgruppe. Am nächsten Tag vollzieht sich der Wechsel in den Kindergarten.

 

6.2.3 Aufnahmeprozess für die Kinder der Kleinkindgruppen

 

Infogespräch zur Pädagogischen Konzeption,

Öffnungszeiten, Beiträgen; Besichtigung des Podey-Hauses

Ausfüllen und Abgabe des Anmeldeformulars

Platzvergabe schriftlich oder mündlich

Telefonische Terminabsprache für das Elterngespräch zur Vorbereitung der Aufnahme und Eingewöhnung

Übermittlung der Aufnahmeunterlagen, Infoblätter, Fragebogen per Post oder persönlich

Elterngespräch mit Auswertung der Fragebogen, Besprechung der Aufnahme und der Eingewöhnungszeit.

Erster Tag im Kindergarten / Beginn der Eingewöhnungszeit

 

 

6.2.4 Aufnahmeprozess für Kinder der Kindergartengruppen

 

Infogespräch zur Pädagogischen Konzeption, Öffnungszeiten,
Beiträgen; Besichtigung des Podey-Hauses

Ausfüllen und Abgabe des Anmeldeformulars

Schriftliche Zusage oder schriftliche Absage Mitte April für alle Kinder die von September dieses Jahres bis Juli des kommenden Jahres ihr drittes Lebensjahr vollenden

s Übermittlung der Aufnahmeunterlagen, Infoblätter, Fragebogen per Post oder persönlich beim Gespräch.

Telefonische Terminabsprache für das Elterngespräch zur Vorbereitung der Aufnahme und Eingewöhnung

(ca. vier Wochen vor der Aufnahme)

Erstes Elterngespräch mit Terminvereinbarung für die

Schnuppertage

Erster Tag im Kindergarten / Beginn der Eingewöhnungszeit

Eingewöhnungszeit mit kurzen täglichen Gesprächen

 

6.2.5 Prozess für den Übergang von der Kleinkindgruppe in die Kindergartengruppe

 

Abfrage der Wunschgruppe der Eltern bzw. Empfehlung einer Gruppe durch das pädagogische Personal

Überprüfung der Möglichkeit der Aufnahme in die Wunschgruppe oder empfohlene Gruppe durch die Leitung

Bekanntgabe der zukünftigen Gruppe des Kindes durch die Leitung

Zwei Besuchstage der Kindes mit seiner Krippenerzieherin

Ein Besuchstag des Kindes ohne Erzieherin

Geburtstagsfeier und Abschiedsfeier in der Kleinkindgruppe

Erster Tag des Kindes in der Kindergartengruppe

 

6.3. Inklusion

 

„Inklusion heißt nicht, Menschen mit Behinderungen in ein ansonsten gleichbleibendes System des Bestehenden einzubinden. Inklusion ist der kritische Maßstab, der das bestehende System darauf hin befragt, wie es sich verändern muss, damit behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen lernen können“.

 

Inklusion im Kindergarten bedeutet konkret:

... Kinder mit Behinderung bzw. erhöhtem Förderbedarf in dem Kindergarten zu erziehen, den sie besuchen würden, wenn sie nicht behindert wären.

 

... Eltern und ihren Kindern mit Behinderung die Hilfsangebote und Unterstützung zu bieten, die sie brauchen, um in ihrem Umfeld zurechtzukommen.

 

... Förderung von Freundschaften zwischen Kindern mit Behinderung und ihren gleichaltrigen Spielkameraden ohne Behinderung.

 

...die Kinder kommen aus dem Einzugsbereich unserer Einrichtung. Sie sind in der Nähe ihres Wohnumfeldes und haben deshalb normale Sozialkontakte.

 

Davon gehen wir aus:

Jeder Mensch ist sein Leben lang lernfähig.

Je nach Voraussetzung bedarf es dazu unterschiedlicher Unterstützung.

Jeder Mensch ist einzigartig und unverwechselbar.

Ein Kind muß die Chance erhalten, als Individuum mit seinen Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten zu anderen Kindern wahrgenommen zu werden.

Jeder Mensch ist für die Gemeinschaft wichtig.

Bei aller Verschiedenheit erfahren die Kinder im Zusammenleben Ihre Stärken und Schwächen und werden toleranter im Umgang miteinander.

Der Wunsch nach Integration geht immer von den Eltern aus, die einen Rechtsanspruch darauf haben, ihr Kind im Kindergarten anzumelden, unabhängig von einer evtl. Behinderung.

Im Gespräch mit dem Kindergarten werden Chancen und Möglichkeiten abgeklärt. Wenn die erforderlichen Maßnahmen für das Kind in einem realistischen Bezug zu den Rahmenbedingungen des Kindergartens stehen, steht einer Aufnahme nichts mehr im Wege.

Während der gesamten Kindergartenzeit des behinderten Kindes bzw. des Kindes mit erhöhtem Förderbedarf, finden regelmäßige Gespräche zwischen Elternhaus, Kindergarten und allen beteiligten Therapeuten oder Heilpädagogen statt.

Die Antragstellung auf Eingliederungshilfe nach §40 Ziffer 2a BSHG erfolgt durch die Eltern.

  • Antragstellung beim Sozialamt
  • Beschreibung der Eingliederungshilfe ( z.B. Heilpädagogische Maßnahme)
  • Gutachten durch Kinderarzt, Gesundheitsamt oder Frühförderstelle

Das Podey-Haus ist in allen Bereichen behindertengerecht und barrierefrei.

 

6.4. Bewegungserziehung

Im Vordergrund unserer Bewegungserziehung stehen spielbetonte und kindgerechte Bewegungsangebote, die vielseitige, breitangelegte Bewegungserfahrungen ermöglichen und dem kindlichen Aktivitätsdrang entgegen kommen. Bewegung gehört für die Kinder zur täglichen Beschäftigung. Deshalb verbringen wir so viel Zeit wie möglich in unserem Außengelände.

Toben, Rennen, Hüpfen, Klettern und sich Verausgaben sind wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung, schaffen Übungssituationen zum Aufbau der Koordinationsfähigkeit und unterstützen Wachstumsreize. Sie bilden für das Kind eine Brücke zwischen der Innen- und Außenwelt, der Realität und seinen Träumen.

Außerdem wird durch die Bewegung das Herzkreislaufsystem angeregt, das Immun-System gestärkt und sie macht den Kindern in all ihrer Vielfalt SPASS.

In unserem großen und anregenden Gartenbereich und in der Bewegungsbaustelle finden unsere Kinder viele Möglichkeiten, sich frei zu bewegen. Außerdem finden gezielte Bewegungsangebote wie Rhythmik, Kinderturnen, Tanzen und Psychomotorik statt. Bei all unseren Angeboten werden die Kinder angeregt, aufgefordert, aber nicht gedrängt mitzumachen. Wir sind da, wenn unsere Hilfe gebraucht wird, wie z.B. beim Balancieren.

Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder Bewegungsfreiheit haben, dennoch müssen sie auch im Garten und in der Bewegungsbaustelle zu ihrer Sicherheit Grenzen bzw. Regeln beachten und einhalten. In diesen Bereichen haben sie die Möglichkeit, sich in begrenzter Anzahl alleine, also ohne Erzieherin aufzuhalten.

Dabei wird den Kindern Verantwortung für sich selbst und für andere Kinder übertragen, jedoch ohne sie dabei zu überfordern.

 

Unser FAZIT:

BEWEGUNG MACHT SPASS

BEWEGUNG IST FÖRDERUNG IN ALLEN BEREICHEN

BEWEGUNG FÖRDERT DIE GESUNDHEIT

BEWEGUNG FÜHRT ZUEINANDER

BEWEGUNG WIRKT AUSGLEICHEND

BEWEGUNG MACHT SCHLAU

 

6.5 Ökologie

Das Wunder der Schöpfung erleben, achten und bewahren!

Eine positive Grundhaltung, in der sich der Mensch als ein Teil seiner Umwelt begreift, der letztendlich nur im Einklang mit der Natur überleben kann, ist Voraussetzung für ein umweltbewusstes Verhalten.

Dies zwingt uns, Verantwortung für unser Tun und Handeln zu übernehmen. Im Kinder-gartenalltag erleben und erfahren die Kinder ihre Umwelt mit all ihren Sinnen. So lernen sie auf spielerische Art und Weise, Verantwortung zu übernehmen und sensibel für den Erhalt, den Schutz und die Pflege der Natur zu werden. Durch das Beobachten von Tieren und beobachten und experimentieren mit Pflanzen im jahreszeitlichen Kreislauf werden Grundelemente der Natur sowie der Kreislauf des Lebens erfahrbar.

 

In die ökologischen Zertifizierung „Grüner Gockel“der Kirchengemeinde ist auch der Kindergarten eingebunden.

Durch Beobachten, Riechen, Fühlen, Tasten und Erkennen wird die Wahrnehmung der Kinder intensiv gefördert und in unsere Gruppenplanung mit einbezogen.

Durch Waldtage, Spaziergänge im Park oder Ausflüge können die Kinder die Veränderung (Jahreszeiten) der Natur intensiv miterleben.

In unserem Garten erfahren die Kinder etwas über den Kreislauf „Entstehen, Wachsen, Ernten und Vergehen.“

Durch Bücher, Lieder, Geschichten, Gespräche, Spiele usw. bringen wir den Kindern die Natur nahe.

Eine positive Einstellung zur Natur trägt dazu bei, dass die Kinder Rücksicht auf die verschiedenen Lebensräume nehmen. Wir erklären den Kindern, warum Tiere und Pflanzen verschiedene Lebensräume brauchen, um wachsen und überleben zu können.

Um die Natur zu erhalten, möchten wir den Kindern Umweltbewusstsein vermitteln und ihnen zeigen, dass es wichtig ist, Müll zu vermeiden bzw. zu trennen.

 

6.6. Elternarbeit

Nur was wir als Kinder kennengelernt haben, können wir lieben.
Nur was wir lieben gelernt haben, können wir schützen.
Konrad Lorenz, Verhaltensforscher 1903-1989

Wir sehen in unserem Kindergarten Eltern nicht als Zaungäste, sondern als Erziehungspartner. Die Kooperation zwischen Eltern und dem Kindergarten ist uns ein wichtiges Anliegen. Sie ermöglicht die familienergänzende und unterstützende Funktion des Kindergartens.

Es ist uns auch wichtig, unsere Arbeit auf verschiedene Art und Weise transparent zu machen.

Das geschieht durch:

  • Anmeldegespräche (erster Kontakt zum Kindergarten)
  • Elterngespräche
  • Gruppenfeste (z.B. Lichterfest, Jahresfeste usw.)
  • Gruppeninformationshefte
  • Elternbriefe und Einladungen
  • Offener Stuhlkreis
  • Thematische und gesellige Elternabende (z.B. Gewaltprävention, Schulfähigkeit)
  • Versch. Feste und Aktionen mit Eltern und Kindern(Gartenaktion, Papa-Kind-Tag, Bastelabende usw.).
  • Gespräche zwischen Tür und Angel
  • Kindergartengottesdienste und Familiengottesdienste
  • Schnuppertage mit Kind (Eingewöhnungszeit für die Kindergartengruppen)
  • Aktive Teilnahme an der Eingewöhnungszeit nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell für die Kinder der Kleinkindgruppen.

 

6.6.1 Elternabend & Elternbeiratswahl

 

Zu Beginn jeden Kindergartenjahres wird ein Elternbeirat gewählt. Der Elternbeirat unterstützt die Arbeit des Kindergartens und fungiert als Bindeglied zwischen Eltern und Kindergarten-

Wir sind sowohl für Lob als auch für Kritik offen. Wir wünschen uns, dass die Eltern die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch nutzen, wenn Fragen zu ihrem Kind oder zu der Einrichtung auftreten.

 

6.7. Bedeutung des Freispiels

 

„Freies Spielen“ heißt, dass das Kind, seiner Lust entsprechend, Spielmaterial, -partner, -ort und –dauer wählen kann.

Mit diesem Freispiel verbringt das Kind die meiste Zeit im Kindergarten.

Ein Außenstehender kann leicht den Eindruck gewinnen „......die spielen ja nur!“ Doch es steckt viel Wichtiges dahinter:

Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.

Somit ist das Freispiel von ganz entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

So viele Möglichkeiten wie das Freispiel bietet, so viel verlangt es dem Kind auch ab.

Es muss Fähigkeiten entwickeln und anwenden, auf andere Kinder zuzugehen, um an einem Spielgeschehen teilzunehmen. Frustrationstoleranz soll erworben bzw weiterentwickelt werden, um ein „NEIN“ sagen und akzeptieren zu können, auch mal verlieren zu können, selbstsicherer zu sein, kritikfähiger zu werden. Konflikte sollen friedlich ausgetragen werden.

Das Kind soll sich an bestehende Regeln halten

Welche Rolle hat die Erzieherin im Freispiel?

  • Bezugsperson / Vertraute
  • Spielpartnerin
  • Ansprechpartnerin bei Konflikten
  • Beobachterin
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Impulsgeberin
  • Sie bereitet altersgerechte, und den Interessen der Kinder entsprechende Angebote vor und führt diese mit ihnen zusammen durch.
  • Sie hilft „so viel wie nötig“ und „so wenig wie möglich“,(sich entbehrlich machen).

Welche Möglichkeiten haben die Kinder bei uns im Freispiel?

Es ergeben sich Spielmöglichkeiten aus: Bauelementen, Bilderbüchern und Tischspielen.

Konstruktionsmaterial, Musikinstrumente, Mal – und Bastelutensilien......usw.

Als Rückzugsmöglichkeiten stehen Funktionsräume, Puppenecken, Kuschelecken, Bauecken, Spielecken, (je nach Gruppen unterschiedlich) zur Verfügung.

Ganz wichtig für das Bedürfnis nach Austoben und Bewegen sind die Bewegungsbaustelle - der Turnraum und der Garten.

Während des Freispiels werden Erfahrungen und Lernprozesse im sozialen Bereich sowie in vielen anderen Bereichen gemacht.

 

6.8. Sprachförderung

 

Sprachförderung ist seit jeher wichtiger Bestandteil der Kindergartenarbeit. Erinnerungen an ihre eigene Kindergartenzeit bringen sicherlich Bruchstücke von Fingerspielen, Reimen, Gedichten, Liedern und Märchen mit sich.

Auch heute legen wir in unserem Kindergarten großen Wert auf Spracherziehung und Sprachförderung.

Wir lesen den Kindern Bilderbücher und Märchen vor, die Kinder haben jederzeit Zugang zu Büchern, besonders in unserer Kinderbibliothek. Hier haben die Kinder die Möglichkeit zu verweilen, sich Bücher anzuschauen und darüber ins Gespräch zu kommen. Die Kinder können sich hier auch Bücher ausleihen und sie mit in die Gruppe nehmen, um sie sich vorlesen zu lassen.

Manchmal ist auch eine Erzieherin mit in der Bibliothek um vorzulesen oder mit den Kindern die Bücher im Gespräch zu erarbeiten.

Sprache lernt man durch Sprechen. Ganz einfach, aber wahr. Wir sprechen mit den Kindern über die Themen, die sie bewegen. Die Kinder haben die Möglichkeit, im Kreis von ihrem Wochenende zu erzählen oder sie äußern Spielwünsche. Kreisspiele sind wahre Wunderwerke an Sprachfördermöglichkeiten. Meist sind sie von einem Lied begleitet. Ein Lied zu lernen fördert das Satzgedächtnis. Da mit Musik alles leichter geht, fällt Kindern diese Gedächtnisleistung leichter, als wenn sie den Text einfach als Text lernen müssten. Die Gedächtnisschulung findet aber trotzdem statt. Aber auch das Rhythmusgefühl und die Fähigkeit eine Melodie zu halten werden gestärkt. In einem Kreisspiel wird etwas zu einem Text getan, was den Kindern hilft, Sprachverständnis zu erwerben und zu erweitern.

Die Kinder werden dazu angeleitet, miteinander zu sprechen, sei es im Spiel oder auch in Konfliktsituationen. Hier üben wir mit den Kindern ein, wie man sinnvoll miteinander spricht, um einen Konflikt so zu klären, dass jeder zu seinem Recht kommt. Hier geht es gleich um zwei wichtige Sprachkompetenzen, nämlich sich klar verständlich zu machen, aber auch zuhören zu können.

Darüber hinaus lernen wir mit den Kindern Fingerspiele und Reime. Auch hier wird das Satzgedächtnis trainiert. Die Kinder lernen neue Wörter und verstehen Sprache spielerisch. Die Finger synchron zu den Worten bewegen zu können, ist eine wichtige Vorläuferfähigkeit, um gut rechnen zu lernen.

 

Für Kinder, die in der Vorschuluntersuchung Teil 1 sprachlich auffällig waren, bieten wir eine Sprachfördergruppe an.

Hier arbeiten wir viel mit Reimen, Rätseln, Geschichten, Bewegungsspielen und Liedern. Die Kinder haben in der Kleingruppe besser die Möglichkeit sich zu äußern und gehen auch eher aus sich heraus. In der Kleingruppe ist es viel eher möglich, auf einzelnen Bedürfnisse einzugehen, als in der Arbeit mit der Gesamtgruppe.

Wichtig für den Erfolg ist es aber, dass die Kinder regelmäßig an der Sprachförderung teilnehmen.

 

6.9 Forschen und experimentieren

 

Das Wissen um naturwissenschaftliche Zusammenhänge ist ein wichtiges Bildungsziel im Kindergarten. Die Kinder eignen sich dieses Wissen selbst an. Sie untersuchen Gegenstände und ihre Wirkungsweise. Sie lernen einfache Naturgesetze in ihrem Lebensraum kennen.

Kinder sind neugierig, wollen wissen, verstehen und ausprobieren und diesen Forschungsdrang gilt es zu befriedigen und zu fördern. Eine naturwissenschaftliche Früherziehung setzt zum einen entsprechende Räumlichkeiten und Materialien voraus, zum anderen aber auch die Unterstützung derErzieherin. Denn zusätzlich zum eigenständigen Ausprobieren gilt es, die Kinder durch Aufgaben und Angebote an neue Erfahrungen und Probleme heranzuführen. Kinder sollen versuchen, ihre Fragen selbst zu beantworten, eigene Wege finden oder in Zusammenarbeit mit anderen Kindern ihr Ziel erreichen. Das Vertrauen und Selbstbewusstsein erhalten die Kinder nur durch Erfolge, und deshalb sind positive Rückmeldungen und die Hilfestellung der Erzieher/innen notwendig. Erzieher/innen sind Begleiter der Lernprozesse und haben die Aufgabe, die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder bestmöglich zu fördern.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass Versuche und Experimente, die aus dem Alltagsbereich der Kinder kommen und von ihnen selbst durchgeführt werden, nachhaltiger im Gedächtnis bleiben als Bücher, Fernsehsendungen oder Computerprogramme.

 

Das bieten wir den Kindern:

  • Impulse, Unterstützung und Hilfestellung
  • Selbstständiges experimentieren
  • Raum
  • viel Zeit
  • Material und Werkzeug
  • Wiederholungs- und Vertiefungsmöglichkeit
  • Achtung und Vertrauen
  • Zurückhaltung der Erzieherin

7. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

7.1 Kooperation mit der Lußhardtschule (Grundschule)

  • Monatlicher Kooperationstreff mit der Kooperationslehrerin im Kindergarten
  • Besuche der Schulanfänger im Schulhaus
  • Gemeinsame Projekttage in der Lußhardtschule
  • Intensiver Austausch zwischen Lehrer/innen und Erzieher/innen

7.2 Andere Schulen

Schüler/innen der Haupt- Real- und Fachschulen für Sozialpädagogik können in unserem Kindergarten ausbildungsbegleitende Praktika bzw. Praktika zur Berufsorientierung durchführen. Eine fachgerechte Anleitung sowie Gespräche zwischen unserem Kindergarten-personal und den entsendenden Schulen sind dabei selbstverständlich.

7.3 Heil- und sonderpädagogische Einrichtungen

  • Hilfen bei Entwicklungsverzögerungen / -störungen
  • Zusammenarbeit mit Logopäden bei Sprachauffälligkeiten
  • Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten bei Problemen mit der Motorik und der Wahrnehmung
  • Zusammenarbeit mit der Frühförderstelle / Comenius-Schule Schwetzingen
  • Zusammenarbeit mit der sprachheilpädagogischen Beratungsstelle
  • Hilfe in besonderen Lebenssituationen

Treten bei Kindern besondere Probleme auf, die in unserer Einrichtung nicht gelöst werden können, helfen wir auf Wunsch der Eltern bei der Vermittlung an andere Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe (wie: Jugendamt / Sozialamt, Beratungsstellen und Hilfsangebote der Diakonie, Pro Familia, AWO, Sonderpädagogische Beratungsstellen, Fachärzte, Grundschulförderklasse).

Unser Kindergarten arbeitet eng mit dem Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises zusammen. In den Bereichen Fortbildung, Schutzauftrag nach §8a SGBVIII und persönlicher Beratung in Krisenfällen erfahren wir vielfältige Unterstützung

Das pädagogische Personal unserer Einrichtung steht den Eltern informativ und beratend zur Seite und kann nach Absprache mit den Eltern Kontakte mit den gewünschten Institutionen aufnehmen bzw. vermitteln.

Intensive Betreuung auffälliger Kinder durch Therapeuten, Psychologen und Pädagogen etc. ist innerhalb unserer Einrichtung jederzeit möglich und wird bestmöglich unterstützt.

8. Partizipation im Kindergarten

Die Kinderstube der Demokratie

Fünf Prinzipien für die Partizipation von Kindern (nach Müller/Plöger Kiel 2003)

Partizipation bedeutet, dass Kinder von Erwachsenen begleitet werden. Es genügt nicht, Kindern Entscheidungsspielräume einzuräumen und sie dann damit allein zu lassen. Die Entwicklung notwendiger Partizipationsfähigkeiten muss aktiv unterstützt werden.

Partizipation erfordert einen gleichberechtigten Umgang, keine Dominanz der Erwachsenen. Auf der inhaltlichen Ebene muss die Expertenschaft der Kinder für ihre Lebensräume, ihre Empfindungen, ihre Weltsicht uneingeschränkt anerkannt werden. Die Erwachsenen sollten ihnen mit Neugier und Interesse begegnen

Partizipation darf nicht folgenlos bleiben. Dies bedeutet eine hohe Verbindlichkeit der beteiligten Erwachsenen, die sich darüber Klarheit verschaffen müssen, welche Entscheidungsmöglichkeiten die Kinder tatsächlich haben sollen.

Partizipation ist zielgruppenorientiert. Kinder sind nicht alle gleich. Sie bringen unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse und unterschiedliche Fähigkeiten zur Beteiligung mit. Die Inhalte und die Methoden müssen darauf abgestimmt werden.

Partizipation ist lebensweltorientiert. Das betrifft in erster Linie die Inhalte, aber auch die Beteiligungsmethoden. Die Thematik muss die Kinder etwas angehen.

Partizipation in Kindertagesstätten ist Bestandteil der Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern, findet also im alltäglichen Umgang statt.

Kinder sind kompetente Akteure der eigenen Entwicklung. Sie setzen sich vom Beginn ihres Lebens an aktiv und aus eigenem Antrieb mit ihrer sozialen und materiellen Umwelt auseinander und fällen dabei immerzu wichtige Entscheidungen für ihr zukünftiges Leben - allerdings ohne bewusst die Alternativen abzuwägen. Effizient und konstruktiv wählen sie Umweltinformationen aus, ergänzen und korrigieren die Einflüsse der Eltern oder entwickeln sich sogar entgegengesetzt.

Partizipation auf der Beziehungsebene bedeutet, Kinder als Experten ihres eigenen Lebens ernst zu nehmen. Das mag banal klingen, aber Kinder als gleichwertige, eigensinnige Partner anzusehen, ihnen ehrlich, authentisch, ohne (pädagogisch begründete) Hintergedanken entgegen zu treten, ist nicht leicht. Zu sehr sind wir daran gewöhnt, für Kinder zu denken und ihnen Verantwortung abzunehmen, die sie besser selber tragen können.

Die Kinder können während der Öffnungszeit frei wählen, womit sie sich beschäftigen.

Spiel- und Gebrauchsmaterialien sind für die Kinder frei zugänglich.

Die Kinder können Werkstätten und andere Funktionsräume auch ohne Begleitung Erwachsener nutzen.

Die Kinder haben das Recht, Erwachsenen und anderen Kindern den Zutritt zu einem Raum, in dem sie sich gerade aufhalten, zu verwehren.

Die Kinder können zu jeder Zeit das Außengelände der Einrichtung nutzen.

Die Kinder entscheiden selbst, ob sie in der Einrichtung Hausschuhe tragen wollen

Die Kinder können dann etwas essen, wenn sie Hunger haben.

Regeln werden gemeinsam aufgestellt.

Die Kinder beteiligen sich an der Raumgestaltung.

Den Kindern werden unbeobachtete Rückzugsräume zugestanden.

Zur Umsetzung der Partizipation werden regelmäßig Gespräche mit den Kindern über das Leben im Kindergarten geführt. Diese Gespräche finden innerhalb der Gruppen aber auch gruppenübergreifend für die gesamte Einrichtung statt.

8.1. Beschwerdemanagement

In einer Atmosphäre von Wertschätzung und Offenheit besteht jederzeit die Möglichkeit Wünsche, Anregungen und Kritik zu äußern. Wir streben eine direkte Kommunikation zwischen dem, der einen Wunsch oder eine Beschwerde vorbringt zu dem Empfänger des Wunsches oder der Beschwerde an. Falls dies nicht möglich ist, besteht immer die Möglichkeit, die nächst höhere „Instanz“, den Leiter des Kindergartens oder den Träger des Kindergartens einzuschalten. Außerdem steht der Elternbeirat neben anderen Aufgaben als Mittler zwischen den Eltern und der Administration des Kindergartens zur Verfügung.

Unsere Kinder sind in Entscheidungsprozesse über das Programm der Gruppe sowie besondere Aktivitäten des Kindergartens eingebunden. Innerhalb der Gruppen gibt es immer Möglichkeiten Ärger, Enttäuschung oder Wut zu thematisieren. Wir arbeiten mit den Kindern daran eigene Gefühle wahrzunehmen und zu äußern. Im Stuhlkreis, dem Forum der Gruppe können die Kinder dann ihre Beschwerde formulieren. Gemeinsam mit den anderen Kindern werden diese Themen bearbeitet . Eine Lösung zu dieser Beschwerde wird immer direkt und zeitnah angestrebt.

9. Vorschulerziehung

Vorschulerziehung ist ein erzieherischer Einfluss, der dem Kind zuteil wird, bevor es in die Schule aufgenommen wird. In diesem Sinne ist unsere gesamte Tätigkeit ab dem ersten Kindergartentag des Kindes Vorschulerziehung. Als Kindergarten haben wir einen eigenständigen, von der Schule unabhängigen Bildungsauftrag. Eine Vorbereitung auf die Schule mit Stillsitz- Übungen oder regelmäßiges Bearbeiten von Arbeitsblättern gehört eindeutig nicht zu unserem Bildungsauftrag.

Wir möchten vielmehr die natürliche Neugier und Lernmotivation, Selbständigkeit, Selbstvertrauen, soziale und emotionale Kompetenz, Allgemeinbildung, Arbeitseinstellungen und Arbeitshaltung, Ausdauer und Konzentration, Spaß am Lernen und die Gruppenfähigkeit fördern.

Wir verstehen uns nicht als Vorschule, die ihre Aufgabe darin sieht, unsere Kinder für die Schule fit zu machen. Schulisches Lernen ist nicht Sache des Kindergartens, sondern Aufgabe der Schule. Um die Voraussetzungen für die Schulfähigkeit zu schaffen, fördern wir die Spielfähigkeit der Kinder, da diese in der Persönlichkeitsentwicklung eine entscheidende Rolle spielt.

Kinder, die viel und intensiv spielen, nehmen ihre Besonderheit, ihre Einmaligkeit, ihre Handlungsmöglichkeiten und - grenzen, ihre Gefühls - und Gedankenwelt sehr bewusst wahr.

Das Spiel der Kinder unterstützt die in ihnen liegenden Potentiale, und sie sind dadurch in der Lage, die Fertigkeiten zu entwickeln, die auch für einen späteren Schulbesuch erforderlich sind. Im letzten Jahr wird unser Blick auf das Grashüpferkind (Schulanfänger) durch verschiedene Angebote wie z.B.: Gestalten eines Kalenders, Weben, Seidenmalerei, Übernachtung, Exkursionen, Schulhausbesuch, Projekttag in der Schule intensiviert.

10. Kindergarten als Teil der evang. Kirchengemeinde

Seit 1876 engagiert sich die evangelische Kirchengemeinde Neulußheim in der Arbeit mit Kindergartenkindern. Aber schon vor 2000 Jahren, in den Anfängen des Christentums wurden die Wurzeln der Erziehungsarbeit des Kindergartens gelegt.

Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen
und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
(Markus 10,13-16)

In dieser Erzählung aus dem Markusevangelium wird deutlich, dass Kinder gleichberechtigt ihren Platz haben unter denen, die zu Jesus gehören. Das war zu dieser Zeit ungewöhnlich, denn Kinder hatten längst nicht dieselben Rechte und denselben Stellenwert in der Gesellschaft wie heute.

Auf diese Erzählung beruft sich die Kirchengemeinde auch heute als einer der biblischen Grundlage ihrer Arbeit mit und für Kinder.

Im evangelischen Kindergarten wird daher Raum gegeben, in dem Kinder das Leben erkunden, aber in dem auch die Erwachsenen von den Kindern lernen können, was es heißt wie ein Kind, nach dem Reich Gottes zu suchen und die entscheidenden Fragen zu stellen. Denn jedes Kind hat diese Fragen, woher das Leben kommt, was der Sinn des Lebens ist, wer
es behütet und bewahrt, wieso es Krankheit und Tod gibt.

Auf diese Fragen gilt es gemeinsam mit den Kindern tragfähige Antworten zu finden und zu leben. Dies geschieht neben der Arbeit in der Gruppe, in den monatlichen Kindergartengottesdiensten am Donnerstagvormittag in der Kirche und in den Familiengottesdiensten und weiteren Angeboten der Gemeinde.

Die Kindergartengottesdienste haben verschiedene Schwerpunkte. Neben den Gottesdiensten zu Weihnachten und Ostern, gibt es thematische Reihen für jeweils ein Kindergartenjahr.

So zum Beispiel wurden die Themenreihen „ Mutige Mädchen und Frauen in der Bibel“ und „Starke Jungs und tolle Männer“ in den Jahren 2013/2104 durchgeführt.

Die Themenauswahl und die Wahl der dazu passenden biblischen Geschichten geschieht in gemeinsamer Absprache zwischen dem Kindergartenteam und der Pfarrerin. Jeweils eine
Kindergartengruppe übernimmt einen der monatlichen Gottesdienst.

Die theologische Vorbereitung und Elementarisierung der biblischen Erzählung für die Gruppe, als auch die Wahl der Methode für die Umsetzung als Geschichte, Rollenspiel, Klangteppich, Bild etc. übernimmt die Erzieherin in Absprache mit der Pfarrerin.

Die jeweilige Gruppe gestaltet die Erzählung im Gottesdienst. Die Pfarrerin übernimmt die Liturgie. Beteiligt am Gottesdienst sind außerdem der Organist der Gemeinde, der die Kinder so an das Hören der Orgel heranführt und die Kirchendienerin, die läutet, Kerzen entzündet, Mikros richtet usw.

Außerdem feiern die Erzieherinnen und Kinder der anderen Gruppen den Gottesdienst mit und der Leiter des Kindergartens ist ebenfalls immer dabei.

Die Kindergartengottesdienste werden auch von Eltern und Großeltern gerne angenommen und bereichern das Gottesdienstangebot der evangelischen Kirchengemeinde ungemein.

11. Chronik des evang. Kindergarten

Im Jahre 1876 gründete der evangelische Pfarrer von Neulußheim, Fritz Gscheidlen, angesichts großer Not eine evangelische Kleinkinderbewahranstalt.

Der Träger war der badische Frauenverein unter dem Protektorat der Großherzogin Luise von Baden. Die Kinder der in Neulußheim ansässigen Fabrikarbeiter, die ihre Tage häufig alleine zuhause verbracht hatten, fanden nun einen Ort, an dem Sie gut betreut wurden.

Geleitet wurde die Kleinkinderbewahranstalt von Diakonissen des Mutterhauses in Karlsruhe-Rüppur. In einem Saal im ehemaligen Rathaus in der Hockenheimer Strasse fand der Kindergarten sein erstes Domizil. Bald darauf wurde das Kusslersche Anwesen (eine Brandruine) gekauft und unter großem finanziellen Aufwand wieder aufgebaut.

Im Jahr 1907 entstand in der Schulstraße ein neues, größeres Gebäude. Als Kinderschule („Kinnerschuul“) ist es noch vielen Neulußheimern bekannt. Bis ins Jahr 1954 waren in zwei Gruppen bis zu jeweils 70 Kinder untergebracht.

Dann kaufte die evangelische Kirchengemeinde eine alte Zigarrenfabrik und baute sie zu einem Gemeindehaus um. In diesem Gemeindehaus befanden sich dann auch die beiden Kindergartengruppen.

Im Jahr 1992 war der Bedarf an Kindergartenplätzen so groß, dass ein weiterer evang. Kindergarten in den Räumen der alten Schule eröffnet wurde. Der Kindergarten „Alte Schule“ eröffnete mit zunächst zwei Gruppen.

Im Sommer 1995 kam eine dritte Gruppe dazu.

Im April 2000 wurden die beiden Kindergärten (Gemeindehaus und Alte Schule) zusammengelegt. In insgesamt fünf Gruppen wurden bis zu 110 Kinder betreut.

Im September 2007 wurde eine Kindergartengruppe in eine Kleinkindgruppe umgewandelt. Wie in den Anfangszeiten des Kindergartens werden jetzt, bedingt durch gesellschaftliche Notwendigkeiten, wieder Kinder ab dem zweiten Lebensjahr betreut.

Der nächste Schritt vollzog sich im Februar 2011. Der Grundstein für ein neues Gebäude, das Podey-Haus wurde gelegt. Bis zum August des Jahres 2011 entstand hier ein modernes, schönes und zweckmäßiges Gebäude. Auf 1200m² werden 84 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren betreut.

Das Gebäude gehört der Gemeinde Neulußheim. Die Trägerschaft bleibt im 135. Jahr des Bestehens bei der Evangelischen Kirchengemeinde Neulußheim.

Im August eröffnet der Evang. Kindergarten im Podey Haus seine Türen für die Kinder.
3 Kindergartengruppen sowie 2 Kleinkindgruppen für Kinder ab einem Jahr sind im Podey-Haus untergebracht.

Die Einweihung war am 25.September 2011 mit Festgottesdienst in der evang. Kirche in Neu-lußheim und einem Zug von der Kirche zum Kindergarten.

Durch den Zuzug vieler junger Familien in die Baugebiete am alten Bahnhof, Allmendweg, Pfarrgarten und Ortsmitte fehlen im Jahr 2015 erneut Plätze im Kindergartenbereich. Die Firma I+E wird beauftragt eine Gartengruppe im Bereich des Lärmschutzwalles im Außenge-lände des Podey-Hauses zu planen und zu bauen. Dieses eigenständige Gebäude bietet Platz für 25 Kindergartenkinder und geht im Frühjahr 2017 in Betrieb.


Download der Konzeption des evangelischen Kindergartens im Podey Haus (Stand: März 2016)


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